
In einer vertraulichen E-Mail, die am 22. April spät verschickt wurde, ordnete die spanische Comisaría General de Extranjería y Fronteras an, alle Land-, See- und Luftgrenzposten anzuweisen, **Gibraltar-Bürger vom EU-Einreise-/Ausreisesystem auszuschließen**. Die Anweisung, die von **Europa Sur** veröffentlicht wurde, erwähnt auch andorranische Staatsangehörige, wobei Juristen darauf hinweisen, dass Andorraner bereits de facto als Schengen-Ansässige behandelt werden. Die E-Mail nennt keine rechtliche Grundlage für die Ausnahme, was in Brüssel für Verwunderung sorgt: Sowohl der Schengener Grenzkodex als auch die EES-Verordnung verlangen von Drittstaatsangehörigen – unabhängig vom Visastatus – die Registrierung biometrischer Daten und die automatische Einreisestempelung. Der Schritt Madrids scheint darauf abzuzielen, praktische Probleme in La Línea zu vermeiden, wo täglich viele Gibraltar-Bewohner zur Arbeit pendeln und sonst im EES-System Überziehungszeiten ansammeln könnten. Das Innenministerium argumentiert, dass eine EU-UK-Vereinbarung zur Integration Gibraltars in den Schengen-Raum, die am 15. Juli in Kraft treten soll, die Ausnahme bald formalisiert. Kritiker warnen jedoch, dass dieser einseitige Schritt einen riskanten Präzedenzfall schafft.
Quelle: Europa Sur
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