
Mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterurlaub hat Außenminister Konstantinos Kombos bei einer Pressekonferenz am 30. April die Bürger dazu aufgerufen, ihre Reisepläne zu überdenken, wenn diese sie in aktive Konfliktgebiete wie Israel, Libanon oder Iran führen würden. Kombos erinnerte daran, dass die Luftbrücken-Evakuierung Zyperns im letzten Monat sowohl kostspielig als auch logistisch äußerst anspruchsvoll war, und fügte hinzu: „Wir können diese Operation nicht wiederholen – die Menschen müssen den offiziellen Warnungen Folge leisten.“ Während der Eskalation im Oktober und November diente der Flughafen Larnaka als Hauptdrehscheibe für Evakuierungen im östlichen Mittelmeerraum und wickelte innerhalb von neun Tagen mehr als 10.000 EU-Bürger ab. Diese Erfahrung veranlasste Zypern, gemeinsam mit Frankreich und Deutschland einen Mechanismus für schnelle Evakuierungen zu etablieren. Die Behörden betonen jedoch, dass dieses System nur für Notfälle gedacht ist und nicht als Sicherheitsnetz für riskante Urlaubsreisen dient. Die Äußerungen des Ministers folgen auf Erkenntnisse, dass zypriotische Reiseveranstalter verstärkt stark vergünstigte Pilgerreisen ins „Heilige Land“ bewerben, um Last-Minute-Buchungen anzuziehen. Versicherer warnen, dass die meisten Standard-Reiserichtlinien Kriegsausfälle ausschließen, sodass Reisende im Ernstfall für teure Rückführungen selbst aufkommen müssen. Arbeitgeber mit Mitarbeitern in der Region werden aufgefordert, ihre Fürsorgepflichten zu aktualisieren und Notfallpläne für eine schnelle Evakuierung vorzubereiten. Kombos betonte zudem die humanitäre Dimension und wies darauf hin, dass Gaza weiterhin „ein kritisches Einsatzgebiet“ sei und Zypern maritime Hilfskorridore koordiniere. Er appellierte an Solidarität statt an „Krisentourismus“ und stellte verantwortungsbewusstes Reisen als Teil der diplomatischen Verantwortung der Insel dar. Praktisch hat das Außenministerium seine Konsular-App verbessert, um Echtzeitwarnungen zu senden, und testet ein Vorab-Registrierungsportal für zypriotische Staatsbürger. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter ermutigen, Reisepläne zu hinterlegen, damit sie im Falle einer Verschlechterung der Sicherheitslage während der Osterzeit per SMS informiert werden können.
Quelle: In-Cyprus