
Zyperns verstärkte Kampagne gegen irreguläre Migration erzielte am 30. April einen bedeutenden Erfolg mit der Festnahme eines Mannes, den die Polizei als operativen Leiter eines organisierten Menschenschmuggelrings beschreibt. Auf Grundlage von Informationen des Europäischen Zentrums für Menschenschmuggel durchsuchten Beamte eine Wohnung im Vorort von Nikosia und beschlagnahmten Laptops, mehrere Pässe sowie 9.600 Euro in bar. Ermittler berichten, dass der Verdächtige die Überlandtransfers von Libanon und Syrien in den abtrünnigen Norden der Insel koordinierte und anschließend heimliche Grenzübertritte in die Republik entlang der UN-Pufferzone organisierte. Das Netzwerk verlangte angeblich zwischen 3.000 und 4.500 Euro pro Migrant und bot gefälschte Dokumente sowie kurzfristige Arbeitsplätze an, die sich oft als Scheinbeschäftigungen herausstellten. Die Polizei geht davon aus, dass die Gruppe in den letzten sechs Monaten mindestens 180 Personen über die sogenannte „Grüne Linie“ geschleust hat, indem sie Überwachungslücken ausnutzte. Die Festnahme erfolgte nur 48 Stunden nach einer anderen Aktion, bei der neun Helfer festgenommen und fünf irreguläre Migranten abgeschoben wurden. Am Tag der Festnahme des Drahtziehers führten die Behörden weitere 12 Abschiebungen durch und bearbeiteten 43 freiwillige Rückführungen, was den Willen der Regierung unterstreicht, die Ausweisungen vor Inkrafttreten des neuen EU-Pakts für Migration und Asyl im Juni zu beschleunigen. Für Arbeitgeber hat die Verschärfung der Kontrollen doppelte Auswirkungen: Hintergrundprüfungen bei Subunternehmern, die Migrantenarbeit bereitstellen, werden intensiver, während legitime Anträge auf Arbeitserlaubnisse schneller bearbeitet werden könnten, da Rückstände abgebaut werden. Unternehmen, die planen, Nicht-EU-Bürger einzustellen, wird empfohlen, vollständige elektronische Unterlagen frühzeitig einzureichen und mögliche Einschränkungen beim Grenzübertritt an der Grünen Linie zu beobachten, die Pendler betreffen könnten. Migrationsrechtler weisen darauf hin, dass Zypern zudem Gesetze vorbereitet, die die bewusste Beschäftigung von undokumentierten Arbeitern unter Strafe stellen sollen, mit Bußgeldern ab 10.000 Euro pro Verstoß. Personalabteilungen sollten daher ihre bestehenden Belegschaften überprüfen und ausstehende Aufenthalts- oder Sozialversicherungsdokumente vor der Sommerfrist legalisieren.
Quelle: KNEWS