
In einem Leitartikel zum Labour Day argumentiert die South China Morning Post, dass Hongkongs Tourismus sich von der vorpandemischen Devise „mehr ist besser“ hin zu einer Strategie entwickelt, die den Pro-Kopf-Ausgaben und vielfältigen Erlebnissen mehr Gewicht verleiht. Prognosen der Einwanderungsbehörde gehen davon aus, dass zwischen dem 1. und 5. Mai etwa 980.000 Festlandbesucher erwartet werden – zwar noch unter den Spitzenwerten von 2018, aber ausreichend, um Hotels zu füllen und Verkehrsknotenpunkte zu belasten. Die Regierung setzt mit ihrer „Tourismus überall“-Kampagne auf ein Bündel aus Pferderennen, historischen Stadtführungen und Essensgutscheinen, um Übernachtungen statt Tagesausflüge zu fördern. Eine Studie der Hong Kong Polytechnic University, die im Artikel zitiert wird, zeigt, dass Tagesbesucher im Median 1.000 ¥ ausgeben, während Übernachtungsgäste mit durchschnittlich 2,6 Nächten rund 5.000 ¥ ausgeben. Für Unternehmen bedeutet diese Neuausrichtung Chancen: Einzelhändler und Gastronomiebetriebe, die thematische Erlebnisse oder Premium-Angebote kuratieren, können die zahlungskräftigere Kundengruppe ansprechen. Gleichzeitig sollten Mobility-Manager, die Mitarbeiter nach Hongkong entsenden, mit einer angespannten Hotellage rechnen, da die Stadt wohlhabende Touristen über die Greater Bay Area hinaus anzieht. Analysten betonen, dass der Fokus auf Qualität der Besucher mit der wirtschaftlichen Neuausrichtung der Stadt auf professionelle Dienstleistungen, IP-Handel und Kulturindustrien einhergeht. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, die Grenzprozesse zu optimieren und sicherzustellen, dass hochkarätige Gäste nahtlose Transportverbindungen nutzen können – Bereiche, in denen digitale Einreiseverfahren und eine erweiterte e-Channel-Nutzung unterstützend wirken könnten.
Quelle: South China Morning Post