
Die rechtsextreme Partei Vox kündigte auf einer Kundgebung am 1. Mai in Jaén an, vor dem Obersten Gerichtshof Klage gegen den außerordentlichen Regularisierungsprozess der Regierung einzureichen. Dieser Prozess, der am 14. April 2026 gestartet wurde, soll Aufenthaltsgenehmigungen für undokumentierte Migranten erteilen, die vor dem 1. Januar 2026 in Spanien waren. Parteichef Santiago Abascal bezeichnete das Programm als „Invasion“, die die „Islamisierung“ Spaniens beschleunige, und erklärte, die „nationale Priorität“ werde das zentrale Thema von Vox’ Wahlkampf in Andalusien sein. Die Klagestrategie stützt sich auf die Behauptung, dass die Regularisierung die Kompetenzen der Exekutive überschreite und gegen die EU-Richtlinie 2008/115 zum Rückführungsverfahren für irreguläre Migranten verstoße. Vox’ Rechtschef Jorge Buxadé kündigte an, dass die Klage einstweilige Maßnahmen beantragen werde, um den Prozess auszusetzen, was die bereits eingereichten Anträge in den Einwanderungsämtern und Postfilialen landesweit beeinträchtigen könnte. Regierungssprecher wiesen die Drohung zurück und verwiesen darauf, dass das spanische Verfassungsgericht ähnliche Amnestien (2001, 2005) bereits bestätigt habe. Dennoch herrscht bei Arbeitgebern und NGOs, die Migranten bei dem neuen Verfahren unterstützen, Unsicherheit. Der Verband der Bauunternehmen warnte, dass eine gerichtliche Aussetzung den Arbeitskräftemangel bei öffentlichen Bauprojekten, die auf regularisierte Arbeitskräfte angewiesen sind, verlängern könnte. Manager im Bereich globale Mobilität sollten die Gerichtsverfahren genau verfolgen: Wird die einstweilige Aussetzung gewährt, könnten sich die Fristen für die Umwandlung von Arbeitserlaubnissen verlängern. Unternehmen, die Talente über den Regularisierungsweg sponsern, sollten digitale Kopien der Einreichungsbelege aufbewahren und Notfallpläne für die Personalplanung in Betracht ziehen. Politisch unterstreicht die Klage die Polarisierung in der spanischen Migrationsdebatte. Wirtschaftsverbände unterstützen die Regularisierung überwiegend, da sie Beschäftigung formalisiere und die Steuerbasis erweitere, doch Umfragen der letzten Woche zeigen, dass 38 % der Spanier gegen die Maßnahme sind – ein Stimmungsbild, das Vox vor den Regionalwahlen zu nutzen versucht.
Quelle: El País
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