
Polens neues EU-weites Ein- und Ausreisesystem (EES) verzeichnete am 3. Mai 2026 einen weiteren Erfolg: Grenzbeamte in Medyka stoppten eine 25-jährige Frau und einen 29-jährigen Mann aus Moldawien, die versuchten, mit gefälschten Identitäten einzureisen. Biometrische Abgleiche zeigten, dass beide Reisenden zuvor unter anderen Nachnamen im Schengener Informationssystem (SIS) erfasst waren und ein Einreiseverbot hatten, das Deutschland Anfang dieses Jahres erlassen hatte. Laut einer Pressemitteilung der Bieszczady-Grenzpolizei hatten die beiden zunächst versucht, über Rumänien in die EU zu gelangen, wurden dort jedoch abgewiesen. Daraufhin manipulierten sie ihre Pässe und versuchten, Polen als Transitroute nach Deutschland zu nutzen. Nach einem Fingerabdruck-Scan im EES, der die Diskrepanz aufdeckte, wurde ihnen die Einreise verweigert und ein Strafverfahren wegen versuchten illegalen Grenzübertritts eingeleitet; das Paar kehrte freiwillig in die Ukraine zurück und wartet auf den Prozess. Seit Beginn der EES-Testphase im Oktober 2025 hat die Bieszczady-Dienststelle über 2,7 Millionen Reisende abgefertigt und fünf Fälle von Identitätsbetrug – alle moldawische Staatsangehörige – aufgedeckt, was den zunehmenden Abschreckungseffekt des Systems unterstreicht. Für Unternehmen, die Drittstaatsangehörige über Polen beschäftigen, zeigt der Fall die Bedeutung, dass Mitarbeiter biometrische Kontrollen bestehen und frühere Visumsüberschreitungen in anderen Schengen-Staaten offengelegt werden. Der Vorfall verdeutlicht zudem, wie die europaweite Einführung des EES die Abläufe an Landgrenzen verändert: Jeder Grenzübertritt erzeugt nun ein dauerhaftes biometrisches Profil, was Identitätstausch deutlich riskanter macht. Briefings für Geschäftsreisende sollten daher die Bedeutung von Passkonsistenz und Transparenz bezüglich der bisherigen Einwanderungshistorie betonen.