
Das Krisenreaktionssystem Frankreichs wurde in den frühen Morgenstunden des Sonntags, 10. Mai, aktiviert, nachdem ein von der Regierung gechartertes medizinisches Evakuierungsflugzeug mit fünf französischen Passagieren an Bord auf dem Pariser Flughafen Le Bourget gelandet war. Die Passagiere wurden vom niederländisch gecharterten Expeditionsschiff MV Hondius evakuiert, das derzeit vor Teneriffa unter Quarantäne steht, nachdem dort ein Ausbruch der seltenen Andes-Variante des Hantavirus festgestellt wurde. Minuten nach der Landung wurden die Reisenden unter Polizeibegleitung ins Bichat-Claude-Bernard-Krankenhaus gebracht, dem nationalen Referenzzentrum für hochriskante Krankheitserreger. Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte auf X, dass bei einem Passagier während des Fluges Fieber und Atemnot auftraten, weshalb dieser nun als „Verdachtsfall“ eingestuft wird. Die übrigen Evakuierten, die noch keine Symptome zeigen, wurden in Isolationszimmer mit Unterdruck gebracht und unterliegen einer obligatorischen 72-stündigen Beobachtungsphase. Die Luftbrücke ist Teil einer größeren, von der EU koordinierten Rückführungsaktion unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation. Über 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus zehn Nationen werden in mehreren Wellen ausgeflogen, um in ihren Heimatländern ein 42-tägiges Überwachungsprogramm zu absolvieren. Das französische Centre de Crise et de Soutien übernimmt die Kontaktverfolgung und tägliche Gesundheitskontrollen über die regionalen Gesundheitsbehörden (ARS). Das Innenministerium hat bereits eine Verordnung erlassen, die eine verpflichtende häusliche Isolation und tägliche Telemedizin-Berichte für alle vorsieht, die einen kommerziellen Flugabschnitt mit bestätigten Fällen gemeinsam genutzt haben. Für globale Mobilitäts- und Geschäftsreisemanagement-Teams ist diese Operation eine weitere Erinnerung daran, dass medizinische Notfallpläne heute weit über Covid-19 hinausgehen. Arbeitgeber mit Mitarbeitern auf Kreuzfahrten oder abgelegenen Projekten werden dringend gebeten, die medizinischen Evakuierungsklauseln in ihren Versicherungen zu überprüfen und stets aktuelle Besatzungslisten zu führen. Die französischen Behörden betonen, dass das Hantavirus im Gegensatz zu Covid-19 nicht über weite Strecken in der Luft übertragen wird, die Andes-Variante jedoch durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar ist, was die strikte Quarantäne von Hochrisikokontakten rechtfertigt. Geschäftsreisende, die diese Woche über Pariser Flughäfen ankommen, müssen mit keinen zusätzlichen Kontrollen rechnen, doch die Grenzpolizei bestätigt, dass jeder Passagier, der vom EU-Einreise-/Ausreisesystem als an Bord der Hondius oder auf Anschlussflügen im Risikofenster identifiziert wird, von den Gesundheitsbehörden am Flughafen befragt wird. Für Unternehmen, die individuelle Beratung zu Mitarbeiterbewegungen, Dokumentation oder Familienzusammenführung benötigen, wurde eine spezielle Hotline eingerichtet (+33 1 40 25 00 00). Das Gesundheitsministerium kündigt an, bald neue Richtlinien für Fluggesellschaften und Kreuzfahrtveranstalter zum schnellen Antigentest auf virale hämorrhagische Fieber zu veröffentlichen. Dieser Vorfall dürfte die Diskussionen über ein EU-weites Protokoll für medizinische Evakuierungen auf See beschleunigen – eine Lücke, die bereits in den frühen Tagen der Covid-19-Pandemie schmerzlich sichtbar wurde.
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