
Die Verletzlichkeit der Fürsorgepflicht gegenüber im Ausland tätigen Mitarbeitern wurde am 17. Mai 2026 deutlich, als eine Welle ukrainischer Drohnenangriffe die Region Moskau traf und dabei einen indischen Staatsbürger tötete sowie drei weitere Kollegen verletzte, die an einem Bauprojekt beschäftigt waren. Die indische Botschaft in Russland bestätigte, dass ihr Konsularteam den Ort des Angriffs sowie die Krankenhäuser, in denen die Verletzten behandelt werden, besucht hat und mit den örtlichen Behörden zusammenarbeitet, um Entschädigungen und eine frühzeitige Rückführung zu ermöglichen. Die Opfer gehörten zu einer registrierten Arbeitsgruppe, die über eine in Delhi ansässige Agentur qualifizierte Zimmerleute und Schweißer für russische Infrastrukturprojekte vermittelt hatte. Obwohl die Botschaft keine Namen veröffentlichte, teilten Beamte den Medien mit, dass die Familie des verstorbenen Arbeiters informiert wurde und Charterflüge für diejenigen organisiert werden, die nach Hause zurückkehren möchten. Der Vorfall veranlasste das indische Außenministerium, seine im Februar ausgesprochene Warnung zu bekräftigen, die Staatsangehörige auffordert, bei der Annahme von Jobs in aktiven Konfliktgebieten „äußerste Vorsicht“ walten zu lassen und Verträge über das staatliche e-Migrate-Portal zu überprüfen. Nach dem Auswanderungsgesetz müssen Vermittler eine Sicherheitsleistung hinterlegen und eine Genehmigung des Generalprotektors für Auswanderer (PGE) einholen, bevor sie Facharbeiter ins Ausland entsenden; derzeit laufen Untersuchungen, um die Einhaltung dieser Vorschriften in diesem Fall zu prüfen. Für multinationale Unternehmen mit Mitarbeitern in Russland oder den Nachbarstaaten unterstreicht der Angriff die Bedeutung einer soliden Evakuierungsplanung und einer Versicherung, die Kriegshandlungen abdeckt. Mehrere indische IT- und Ingenieurfirmen im Moskauer Innovationscluster haben Homeoffice-Regelungen aktiviert und erarbeiten alternative Reiserouten, die Hochrisikogebiete umgehen. Reise-Risikoberater berichten von einem Anstieg der Anfragen zu sogenannten „Hot-Switch“-Klauseln, die eine sofortige Verlegung von Schlüsselpersonal in sicherere Zentren wie Almaty oder Tiflis ermöglichen. Während die Botschaft bislang keine generelle Rückholung fordert, wird Mobilitätsmanagern empfohlen: 1) die Mitarbeiterlisten zu überprüfen, um sicherzustellen, dass alle indischen Staatsangehörigen im freiwilligen „Madad“-Tracking-System der Botschaft registriert sind; 2) zu bestätigen, dass lokale medizinische Evakuierungsdienste trotz Luftraumsperrungen einsatzbereit bleiben; und 3) die Entsandten über die nach dem Angriff von den Moskauer Behörden verschärften Ausgangssperren und Bewegungsbeschränkungen zu informieren.
Quelle: NDTV