
Am 26. Mai 2026 trat das Kabinett von Ministerpräsident Petteri Orpo zu einer Sondersitzung zusammen, um Finnlands Bereitschaft für böswillige Drohnenvorfälle zu bewerten, die den zivilen Luftverkehr, kritische Infrastrukturen und den grenzüberschreitenden Verkehr stören könnten. Obwohl kein konkreter Angriff unmittelbar bevorsteht, verzeichneten die Behörden einen deutlichen Anstieg unautorisierter Drohnen-Sichtungen in der Nähe von Flughäfen und Kraftwerken in Nordeuropa. Zu den wichtigsten Beschlüssen gehört die beschleunigte landesweite Einführung des Cell Broadcast-Systems zur öffentlichen Warnung, das es den Behörden ermöglicht, gezielte Warnmeldungen direkt an Mobiltelefone zu senden. Zudem wird ein gestuftes System von Notfallmeldungen eingeführt, damit Reisende zwischen routinemäßigen Hinweisen und „Schutz suchen“-Anordnungen unterscheiden können. Das Verkehrs- und Kommunikationsministerium wird zudem Gesetzesänderungen vorbereiten, die der Grenzpolizei erweiterte Befugnisse verleihen, um in Sperrzonen rund um Häfen, Bahnknotenpunkte und internationale Flughäfen störende Drohnen zu stören oder zwangsweise zu landen. Arbeitsminister Matias Marttinen hat Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände eingeladen, gemeinsame Protokolle für den Arbeitsplatz zu erarbeiten, um sicherzustellen, dass Logistikzentren und Firmengelände klare Evakuierungspläne und Versicherungsschutz bei drohnenbedingten Betriebsausfällen haben. Die Sozialpartner sollen bis September empfohlene Richtlinien veröffentlichen. Für Organisationen, die Personal nach Finnland verlegen oder häufig Flüge über Helsinki-Vantaa buchen, bedeutet die Regierungsinitiative, dass Sicherheitswarnungen detaillierter werden und Fluggesellschaften möglicherweise verpflichtet werden, Flugdaten in Echtzeit mit den Behörden zu teilen. Reiseverantwortliche sollten sicherstellen, dass die Kontaktdaten der Mitarbeitenden in den Duty-of-Care-Systemen aktuell sind, damit Cell Broadcast-Warnungen sie schnell erreichen.
Quelle: Finnish Government press release
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