
MOSKAU – Daten der russischen Vereinigung der Reiseveranstalter (ATOR) vom 13. Juni zeigen einen dramatischen Einbruch von 90 Prozent bei mehrfachen Schengen-Visa für russische Staatsbürger im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Die Entscheidung der EU im November 2025, Mehrfachvisa für die meisten Antragsteller auszusetzen, führt dazu, dass Konsulate – darunter auch die italienischen – nur noch Einreisevisa mit festen Reisedaten ausstellen. Die italienischen Konsulate in Moskau und St. Petersburg sind vergleichsweise gut erreichbar, mit Wartezeiten für Termine von drei bis fünf Wochen, während es in Paris oder Berlin oft mehr als zehn Wochen sind. Antragsteller mit einer guten Visahistorie können weiterhin Doppel-Einreisevisa erhalten, vor allem für Mittelmeer-Kreuzfahrten mit Anlaufhäfen in Civitavecchia, Genua oder Bari, deren Gültigkeit jedoch selten 90 Tage überschreitet. Für italienische Hotels, Modehändler und Kreuzfahrtveranstalter, die traditionell auf zahlungskräftige russische Gäste angewiesen sind, bedeutet dies kürzere Aufenthalte und mehr bürokratischen Aufwand. Veranstalter von Business-Events sollten mögliche erneute Antragsverfahren bei der Einladung russischer Partner zur Milan Design Week oder Autopromotec Bologna einplanen. Mobilitätsteams in Unternehmen, die russische Fachkräfte im Rahmen von Intra-Company- oder Investorenvisa nach Italien holen, sind nicht betroffen, da diese nationalen Kategorie-D-Visa außerhalb der Schengen-Regeln bearbeitet werden. Die Daten bestätigen jedoch eine generelle Verschärfung, die bei einer Ausweitung der sicherheitsorientierten Visamaßnahmen der EU auch andere Risikoländer betreffen könnte.
Quelle: AK&M Newswire
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