
In einem bedeutenden Schritt hin zu einer engeren operativen Zusammenarbeit nach dem Brexit bestätigte das Innenministerium am 15. Juni, dass britische Polizeikräfte nun auf die EU-Fahrzeugregistrierungsdatenbank Prüm zugreifen und Halterdaten in etwa zehn Sekunden abrufen können. Bisher mussten Informationen über gegenseitige Unterstützungswege angefordert werden, was Tage oder Wochen dauern konnte und Ermittler oft ohne Echtzeitinformationen zurückließ, wenn sie Schmuggelkonvois an den Kanalhäfen verfolgten. Das Upgrade erweitert die bereits bestehende britische Teilnahme an Prüm (die bereits Fingerabdrücke und DNA umfasst) auf Nummernschilddaten. Ermittler können nun EU-registrierte Transporter und Autos, die in der Nähe geheimer Ankunftspunkte, Grenzaufenthaltsorte oder Verstecke gesichtet werden, überprüfen und sofort sehen, ob das Fahrzeug gestohlen ist, wem es gehört und wo es normalerweise abgestellt wird. Die erste Live-Einführung erfolgt mit dem Police Service of Northern Ireland, bevor im Sommer eine landesweite Einführung folgt. Für Teams im Bereich Mobilität, Verlegung und Reisesicherheit bedeutet die Änderung weniger groß angelegte Störungsaktionen an Flughäfen und Häfen, wo die Grenzschutzbehörde zuvor Fahrzeuge festhalten musste, während Auslandsanfragen liefen. Die schnellere Identifizierung von Hochrisikofahrzeugen könnte zudem zufällige Kontrollen legitimer Firmenreisender, die EU-Mietwagen nutzen, beim Einfahren ins Vereinigte Königreich reduzieren. Im Gegenzug erhalten EU-Behörden Zugang zu den Daten der Driver and Vehicle Licensing Agency (DVLA), was ihnen hilft, in Großbritannien registrierte Fahrzeuge zu verfolgen, die von organisierter Kriminalität auf dem Kontinent genutzt werden. Der Datenaustausch unterliegt dem Handels- und Kooperationsabkommen zwischen UK und EU sowie dem nationalen Datenschutzrecht, mit integrierten Audits zur Beruhigung der Datenschutzbehörden. Die Ankündigung erfolgt nur wenige Wochen vor dem zweiten UK-EU-Gipfel in Brüssel und wird von Wirtschaftsverbänden als Zeichen gewertet, dass die praktische Zusammenarbeit in der grenzüberschreitenden Sicherheit trotz politischer Spannungen voranschreitet. Arbeitgeber, die Personal oder Waren über den Kanal bewegen, sollten ihre Fahrer jedoch darauf hinweisen, dass die Nummernschilderkennung nun vollständig vernetzt ist und Fahrzeugpapiere aktuell gehalten werden müssen, um Fehlalarme in der Einführungsphase zu vermeiden.
Quelle: Home Office
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