
Der Flughafen Genf verzeichnete in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni eine ungewöhnlich hohe Dichte an diplomatischen Flügen. Dort wurden die Staats- und Regierungschefs des G7-Gipfels empfangen und ein bilaterales Treffen zwischen dem Schweizer Präsidenten Guy Parmelin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ermöglicht. Laut der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA begrüßte Parmelin Selenskyj kurz nach 22:00 Uhr Ortszeit am 15. Juni. Dabei diskutierten sie die vermittelnde Rolle der Schweiz im Russland-Ukraine-Konflikt sowie ein Upgrade des Freihandelsabkommens. Bereits am Abend passierten die Autokolonnen von US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Annalena Baerbock und dem japanischen Premierminister Fumio Kishida unter strengen Sicherheitsvorkehrungen das Vorfeld. Der diplomatische Ansturm führte zu vorübergehenden Sperrungen von Rollwegen und Prioritätszeiten, wodurch mehrere spätabendliche easyJet-Abflüge um bis zu 40 Minuten verzögert wurden. Betreiber von Fixed-Base-Operations (FBO) am Flughafen melden eine Rekordnachfrage nach Hangarplätzen, während die Hotelbelegung im Cointrin-Viertel über 95 Prozent liegt. Für Planer der Geschäftsfliegerei zeigt dieses Ereignis die Auswirkungen hochsicherer Staatsbesuche auf den regulären Betrieb von Geschäftsflugzeugen, einschließlich höherer Parkgebühren und strengeren PPR-Zeiträumen (Vorherige Genehmigung erforderlich). Die Linienfluggesellschaften wurden aufgefordert, Flugpläne mit größerem vertikalem Abstand einzureichen, um Konflikte mit Staatsflugzeugen zu vermeiden. Die Schweizer Behörden werten den reibungslosen Ablauf als Bestätigung der nach der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz 2023 eingeführten Notfallübungen und ziehen in Betracht, dieses Modell auch für die für 2027 geplante WTO-Ministerkonferenz in Genf anzuwenden.
Quelle: SWI swissinfo.ch