
In einer späten Mitteilung am 15. Juni 2026 bestätigte das irische Justiz-, Innen- und Migrationsministerium, dass Staatsangehörige von Saint Lucia, St. Kitts und Nevis sowie Nicaragua künftig nicht mehr visafrei in den Staat einreisen dürfen. Die Entscheidung, unterzeichnet vom Migrationsminister Colm Brophy, trat um Mitternacht am 15. Juni in Kraft und betrifft reguläre, diplomatische und Dienstpässe sowie den Transitbereich am Flughafen. Behörden erklären, dass dieser Schritt dazu dient, Irlands Außengrenzenstandards mit denen der Partner im britischen Common Travel Area und dem erweiterten Schengen-Raum in Einklang zu bringen. London hatte Nicaragua und Saint Lucia bereits Anfang des Jahres von seiner Liste der elektronischen Reisegenehmigungen gestrichen, mit Verweis auf steigende Asylanträge und Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Citizenship-by-Investment-Programmen (CBI). Auch Brüssel hat seinen Mechanismus zur Visumsaussetzung verschärft und erlaubt nun ausdrücklich Beschränkungen, wenn CBI-Programme Sicherheits- oder organisierte Kriminalitätsrisiken bergen. Nach vorübergehenden Übergangsregeln dürfen Reisende aus den drei karibischen und zentralamerikanischen Staaten, die ihre Reise vor dem 15. Juni gebucht haben und bis spätestens 14. Juli 2026 in Irland ankommen, weiterhin visafrei einreisen – vorausgesetzt, sie können Buchungsnachweise, einen gültigen Reisepass sowie Weiter- oder Rückflugtickets vorlegen. Wer nach dem 15. Juni bucht, muss im Voraus ein Kurzzeit- oder Transitvisum vom Typ C beantragen; Inhaber einer Irish Residence Permit (IRP) sind weiterhin ausgenommen. Für irische Unternehmen bedeutet die Änderung längere Vorlaufzeiten für Mitarbeiter, Kunden oder Auftragnehmer mit den betroffenen Pässen. Die Bearbeitung erfolgt über die irische Botschaft in Ottawa, mit einer Bearbeitungszeit von 8 bis 10 Wochen. Arbeitgeber, die Karibik-Roadshows, Sportveranstaltungen oder saisonale Landwirtschaftsprogramme planen, müssen die Gebühr von 100 Euro für Einreise mit Einzelvisum sowie die Möglichkeit von Ablehnungen einkalkulieren – seit dem 1. Juni sind Verwaltungsbeschwerden gegen Kurzzeitvisa in Irland nicht mehr möglich. In der Karibik hat der Premierminister von Saint Lucia, Philip J. Pierre, die Bürger bereits über die neuen Anforderungen informiert. Im Gegensatz dazu hat St. Kitts und Nevis noch keine detaillierten Hinweise veröffentlicht, was Kritik von Wirtschaftsverbänden hervorruft, die den Verlust des bisher visafreien Zugangs zu einem der wichtigsten englischsprachigen Märkte Europas befürchten. Der Vorfall zeigt, wie schnell sich Mobilitätsprivilegien für CBI-Staaten ändern können und unterstreicht die Notwendigkeit flexibler Reiserichtlinien in Unternehmen.
Quelle: Times Caribbean Online