
Das Heimatschutzministerium bestätigte am 18. Juni, dass alle Insassen des provisorischen Haftzentrums in Südflorida – wegen seiner abgelegenen Lage in den Everglades auch „Alligator Alcatraz“ genannt – in andere Einrichtungen im ganzen Land verlegt wurden. Die Behörden nannten Sicherheitsbedenken zum Beginn der Atlantik-Hurrikansaison als Grund, Kritiker sehen darin jedoch eine längst überfällige Anerkennung, dass das mit Planen gedeckte Lager nicht für die Unterbringung von Menschen geeignet war. Seit der Eröffnung im Juli 2025 hatte die staatlich betriebene Anlage mit Klagen wegen verdorbener Lebensmittel, überfluteter Toiletten und eingeschränktem Zugang zu Rechtsbeistand zu kämpfen. Präsident Trump besichtigte den Standort im vergangenen Jahr und lobte den schnellen Bau, doch Anwälte berichten, dass Insassen nach wetterbedingten Evakuierungen oft tagelang im System verschwanden. Das Heimatschutzministerium hat bislang nicht bekanntgegeben, ob das Lager nach November wieder geöffnet wird. Sollte es dauerhaft geschlossen bleiben, muss ICE für etwa 1.200 tägliche Insassen alternative Unterkünfte finden, was die Abhängigkeit von Bezirksgefängnissen in Louisiana und Texas erhöhen könnte. Dies könnte die Anhörungstermine beeinflussen und Anwälte zu längeren Reisen zwingen, was die Kosten für Arbeitgeber erhöht, die die Freilassung ausländischer Arbeitskräfte nach Durchsuchungen sichern wollen. Befürworter sehen in der Verlegung eine Chance, in den Einwanderergemeinschaften Südfloridas gemeindebasierte Überwachungsprogramme zu erproben, anstatt Menschen in weit entfernte Einrichtungen zu verlegen. Unternehmen mit einem großen lateinamerikanischen Mitarbeiterstamm könnten solche Initiativen unterstützen, um Unterbrechungen durch Haft zu verringern, die Beschäftigte monatelang außer Gefecht setzen.