
Das lang erwartete irische Gesetz zum Internationalen Schutz 2026 trat am 12. Juni in Kraft und setzt damit zentrale Elemente des EU-Migrations- und Asylpakts um. Die Gesetzgebung reformiert das Asylsystem grundlegend und verspricht schnellere Entscheidungen, biometrische Erfassung bei der Ankunft sowie ein beschleunigtes „Grenzverfahren“ für Antragsteller aus Ländern mit einer Schutzquote unter 20 %. Im neuen Rahmen müssen Erstentscheidungen und Berufungsverfahren bei Grenzverfahren innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein. Ein neues Berufungsgericht für Asyl- und Rückkehrentscheidungen (TARA) ersetzt das bisherige Berufungsgericht für internationalen Schutz und übernimmt eine vereinfachte Zuständigkeit für Statusfeststellungen und Abschiebebeschlüsse. Das Gesetz integriert zudem digitale Fallmanagement- und Dokumentenaustauschsysteme, reduziert Papierakten und ermöglicht den Echtzeit-Datenaustausch mit EU-Agenturen wie Frontex und der Europäischen Asylagentur (EUAA). Regierungsberechnungen zufolge könnten kürzere Aufenthalte in Aufnahmeeinrichtungen jährlich Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe bringen. Für Arbeitgeber bedeutet der beschleunigte Zeitrahmen, dass qualifizierte Antragsteller, die letztlich anerkannt werden, schneller in den Arbeitsmarkt eintreten können, während abgelehnte Anträge zu schnelleren Abschiebungen führen. NGOs warnen jedoch, dass die verkürzten Fristen den Zugang zu Rechtsbeistand erschweren könnten, und ein Ausschuss des Oireachtas hat bereits auf Kapazitätsengpässe im System der zivilrechtlichen Rechtsberatung hingewiesen. Multinationale Unternehmen, die das Arbeitsgenehmigungssystem für Asylsuchende in Irland nutzen, müssen die Fallausgänge künftig genauer verfolgen, da negative Entscheidungen (und der damit verbundene Verlust der Arbeitserlaubnis) nun innerhalb von 90 Tagen statt wie bisher nach über einem Jahr erfolgen können.