
Mit dem Ende des tschechischen Schuljahres am Freitag machten sich am Wochenende Zehntausende Familien auf den Weg gen Süden, an die Adriaküste und andere Urlaubsziele. In Erwartung des starken Verkehrsaufkommens startete die Verkehrspolizei am 27. Juni eine dreitägige Kontrollaktion, die sich auf den Autobahnkorridor D1/D2 von Brünn bis zum Grenzübergang Mikulov/Drasenhofen zu Österreich konzentriert. Beamte in markierten und zivilen Fahrzeugen, unterstützt von mobilen Kennzeichenerkennungskameras, kontrollieren Wohnwagen, Wohnmobile und Autos mit Bootsanhängern auf Dokumente, Verkehrstauglichkeit und Alkohol am Steuer. Polizeisprecher David Chaloupka berichtete, dass allein am Samstag 40 zusätzliche Autobahnstreifen in Südmähren im Einsatz waren. Innerhalb der ersten Stunde der Kontrollen bei Mikulov wurden ein betrunkener Fahrer und ein Fahrverbotler erwischt. Die Polizei warnt, dass die extreme Hitze die Unfallgefahr durch Ermüdung erhöht; Autofahrer werden aufgefordert, häufiger Pausen einzulegen, ausreichend Wasser mitzunehmen und die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung (Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten) mitzuführen. Reisende, die über Österreich hinausfahren, sollten auch länderspezifische Ausrüstungen wie Feuerlöscher in Bulgarien nicht vergessen. Obwohl die Tschechische Republik Mitglied des Schengen-Raums ist und an der österreichischen Grenze keine Passkontrollen durchführt, zeigt die Polizeikampagne, dass die heimischen Behörden den grenzüberschreitenden Verkehr weiterhin beeinflussen können. Lkw-Fahrer müssen mit sporadischen Fahrstreifensperrungen bei Kontrollen rechnen, und Busunternehmen wurden gebeten, 30-minütige Zeitpuffer in ihre Fahrpläne einzubauen. Für Mobilitätsmanager in Unternehmen lautet die Botschaft klar: Mitarbeiter, die zu Beginn der Urlaubssaison mit Firmenfahrzeugen nach Südeuropa fahren, sollten mehr Zeit einplanen, internationale Versicherungsdokumente (Grüne Karte) mitführen und aktuelle Verkehrsmeldungen verfolgen. Autovermietungen an den Flughäfen Prag und Brünn bestätigten einen Anstieg kurzfristiger Anfragen nach Kindersitzen und Dachboxen, da Familien ihre Reisepläne an die erwarteten Engpässe anpassen. Die Kontrollaktion in Südmähren wird an den ersten beiden Juli-Wochenenden, wenn das Verkehrsaufkommen traditionell am höchsten ist, wiederholt. Die Polizei deutete an, dass ähnliche Schwerpunktaktionen den tschechisch-slowakischen D2-Korridor ins Visier nehmen könnten, falls der Verkehr zur Umfahrung der österreichischen Baustellen nach Osten ausweicht.
Quelle: iRozhlas