
Die Horn von Afrika-Nachrichtenplattform The Abyssinian Times berichtet, dass ab dem 3. Juli 2026 die e-Channels-Visa-Plattform der VAE nun Pässe aus Somaliland anerkennt – der selbsternannten Republik, die sich 1991 von Somalia abgespalten hat – während gleichzeitig neue Visaanträge von somalischen Staatsbürgern blockiert werden. Obwohl Abu Dhabi keine offizielle diplomatische Note herausgegeben hat, ermöglichen Software-Updates im Einwanderungssystem Somaliland-Bürgern nun, Kurzzeit-, Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse unter den gleichen Bedingungen wie andere anerkannte Gebiete zu beantragen. Somalische Pässe hingegen lösen seit Januar 2026 automatisch eine Ablehnung aus, eine Maßnahme, die im Rahmen umfassenderer Sicherheitsüberprüfungen für Afghanistan, Libanon, Libyen und Sudan eingeführt wurde. Experten werten diese unterschiedliche Behandlung als gezieltes Signal der Unterstützung für die Autonomie Somalilands, getrieben von geopolitischem Wettbewerb um Zugang zu Häfen und Logistikzentren am Roten Meer. VAE-Unternehmen betreiben bereits den Hafen von Berbera im Rahmen einer Konzession von DP World, und die bevorzugte Reisemöglichkeit wird die Mobilität von Schiffsbesatzungen, Ingenieuren und Zollbeamten zwischen Berbera und Dubai erleichtern. Für Fachleute im Bereich globale Mobilität bedeutet dies vor allem eines: Compliance. Mitarbeiter mit somalischen Pässen – einschließlich Doppelstaatler, die mit somalischen Dokumenten reisen – können keine neuen VAE-Visa mehr erhalten und sollten auf alternative Reisedokumente oder Aufenthaltsgenehmigungen eines Drittlandes umsteigen. Somaliland-Bürger müssen weiterhin die üblichen finanziellen und sicherheitsrelevanten Prüfungen bestehen, profitieren jedoch von einem Antragsweg, der vor 48 Stunden noch nicht existierte. Risikomanagement-Berater empfehlen, mögliche Vergeltungsmaßnahmen der Bundesregierung in Mogadischu genau zu beobachten, die sich gegen VAE-Bürger oder Unternehmen richten könnten, die in von Somalia kontrollierten Häfen und Flughäfen tätig sind.
Quelle: The Abyssinian Times