
Brasilianer, die ein B1/B2-Visum für die USA beantragen, können nun 750 US-Dollar (ca. 3.900 R$) zahlen, um die üblichen Wartezeiten für Interviews zu umgehen, bestätigte das US-Außenministerium am 3. Juli. Das sechsmonatige Pilotprogramm gilt ausschließlich für Antragsteller an den US-Konsulaten in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasília, Recife und Porto Alegre und garantiert einen Interviewtermin innerhalb von zehn Arbeitstagen. Die Zusatzgebühr soll die Finanzierung von Abend- und Wochenendschichten ermöglichen, um die Warteschlangen zu verkürzen, die an manchen Standorten über 250 Tage betragen. Behörden betonen, dass das Programm freiwillig ist und die Prüfungsstandards unverändert bleiben, doch Verbraucherschutzgruppen kritisieren das Modell als rückschrittlich, da es wohlhabende Reisende bevorzugt. Für Manager in der Unternehmensmobilität bietet das Programm jedoch Vorteile: Führungskräfte, die kurzfristig an Vorstandssitzungen, Messen oder Problembesuchen teilnehmen müssen, erhalten endlich eine verlässliche Zeitplanung. Multinationale Unternehmen passen bereits ihre Reisegenehmigungsrichtlinien an, um die Gebühr zu erlauben, wenn Verzögerungen Umsatzeinbußen drohen. Reisebüros erwarten wenig Nachfrage von Freizeitreisenden, aber eine starke Nachfrage von vermögenden Familien, die kurzfristig Urlaubspakete buchen. Bei Erfolg könnte Washington die Schnellabfertigungsgebühr auf weitere große Märkte wie Mexiko, Indien und die Philippinen ausweiten. Antragsteller zahlen zusätzlich zur regulären MRV-Gebühr von 185 US-Dollar die Zusatzgebühr und müssen weiterhin das DS-160-Formular sowie biometrische Daten einreichen. Eine Rückerstattung bei Visumsablehnung ist ausgeschlossen, was Kritiker als Anreiz für leichtfertige Anträge mit der Hoffnung auf schnelle Bearbeitung sehen.
Quelle: O Correio Trends