
Die National Crime Agency (NCA) hat zwei polnische Staatsangehörige und einen Italiener wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung angeklagt, nachdem in den frühen Morgenstunden des 1. Juli eine Anlandung per Boot in Holland-on-Sea stattfand. Alle drei erschienen am 3. Juli vor dem Magistratsgericht Chelmsford und wurden in Untersuchungshaft genommen. Ein vierter Verdächtiger – ein Albaner – wird weiterhin untersucht. Den Ermittlern zufolge nutzten die Angeklagten ein kleines, steifes Schlauchboot, um mindestens sechs Migranten von der belgischen Küste zu einem abgelegenen Strand in Essex zu bringen. Die Migranten wurden von der Grenzpolizei festgenommen und werden von der Einwanderungsbehörde bearbeitet. Der Fall verdeutlicht die Verlagerung der organisierten Einwanderungskriminalität von den stark überwachten Küsten Kents hin zu kleineren Anlandestellen weiter nördlich. Für Arbeitgeber ist der Vorfall eine weitere Mahnung an den Fokus des Innenministeriums auf die „Right-to-Work“-Kontrollen: Ab August verdoppeln sich die zivilrechtlichen Strafen für die Beschäftigung illegal Eingereister auf bis zu 90.000 Pfund pro Arbeitnehmer. Andy Devonshire, regionaler Leiter der NCA, erklärte, die Behörde arbeite eng mit belgischen Partnern zusammen und setze neue maritime Überwachungsdrohnen ein, die im Rahmen des UK-EU-Handels- und Kooperationsabkommens finanziert werden. Dieses Kooperationsmodell soll voraussichtlich ausgeweitet werden, um den erwarteten Anstieg der illegalen Überfahrten im Sommer zu bekämpfen, wenn Warteschlangen im EES-Schleusensystem Schmuggler zu riskanteren Routen zwingen. Die Gerichtsverhandlungen sind für den 18. Juli angesetzt; bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu 14 Jahre Haft.
Quelle: National Crime Agency
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