
Das Audiencia Provincial de Madrid entschied am 16. Juli, dass Begoña Gómez, Ehefrau von Ministerpräsident Pedro Sánchez, ihren Reisepass zurückerhalten und sich frei bewegen darf, während sie auf ihren Prozess wegen Einflussnahme wartet. Die Entscheidung hebt die im Mai verhängten Vorsichtsmaßnahmen auf, die Gómez zur Abgabe ihres Reisedokuments, zum Verbleib in Spanien und zur zweiwöchentlichen Meldung bei den Justizbehörden verpflichtet hatten. Obwohl der zugrundeliegende Fall politischer Natur ist, hat das Urteil eine Mobilitätsdimension: Gómez sitzt in den Vorständen zweier entwicklungspolitischer NGOs und hatte Fundraising-Reisen nach Brüssel und Dakar verschoben. Ihre Anwälte argumentierten, dass das Reiseverbot Spaniens „Soft-Power-Diplomatie“ beeinträchtige und gegen die EU-Freizügigkeitsprinzipien verstoße; das Gericht stimmte zu, dass das Fluchtrisiko angesichts ihres öffentlichen Profils minimal sei. Für Fachleute im Bereich Geschäftsimmigration bestätigt die Anordnung die Rechtsprechung, dass die Beschlagnahme von Pässen verhältnismäßig und zeitlich begrenzt sein muss. Führungskräfte, die sich in strafrechtlichen Ermittlungen befinden, können das Urteil bei Verhandlungen über bedingte Reiseerlaubnisse anführen, sofern sie starke Bindungen zu Spanien und geplante berufliche Verpflichtungen im Ausland nachweisen. Das Gericht bestätigte jedoch den Plan des Richters, eine Laienjury einzusetzen, sodass eine mögliche Verurteilung künftig von Bürgerrichtern und nicht von Berufsrichtern entschieden wird. Beobachter erwarten, dass der Prozess Ende 2026 beginnt, doch Gómez wird voraussichtlich sofort wieder internationale Termine wahrnehmen – und dabei die neuen Registrierungsvorschriften des Schengen-Ein- und Ausreisesystems am Flughafen Barajas testen. Diplomaten betonen, dass das Urteil der Regierung in der Vorbereitungsphase der spanischen Handelsmissionen nach Lateinamerika im Oktober peinliche Situationen erspart, da Gómez den Ministerpräsidenten dort häufig in einer inoffiziellen Rolle zur Wirtschaftsförderung begleitet.
Quelle: Europa Press
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