
Die polnische Grenzpolizei in der Woiwodschaft Podlachien gab am 15. Juli die Festnahme von fünf somalischen, einem marokkanischen und einem äthiopischen Staatsangehörigen bekannt, die am Vorabend einen ungesicherten Abschnitt der litauisch-polnischen Grenze bei Krasnopol überquert hatten. Die Gruppe hatte keine Reisedokumente und beabsichtigte laut ersten Befragungen, Polen auf dem Weg nach Deutschland zu durchqueren. Nach der biometrischen Erfassung und Überprüfung des Covid-Status leiteten die Beamten das vereinfachte Rückführungsverfahren ein, das im bilateralen Abkommen zwischen Polen und Litauen von 2007 geregelt ist. Die Migranten wurden innerhalb von 12 Stunden an der Grenzübergangsstelle Budzisko nach Litauen zurückgeführt – ein Vorgang, den die Grenzpolizei als Beleg für die im Mai zwischen Warschau und Vilnius vereinbarte „Null-Toleranz“-Politik hervorhob. Der Vorfall verdeutlicht eine wachsende sekundäre Migrationsroute, die die stark gesicherten belarussischen Grenzabschnitte umgeht. Seit dem 1. Juli haben die Einheiten in Podlachien 43 versuchte Grenzübertritte aus Litauen registriert – bereits 60 % des gesamten Monatswerts von Juni. Arbeitgeber, die Nicht-EU-Bürger beschäftigen, sollten beachten, dass bei Kontrollen im Inland entdeckte Überziehungen nun mit Einreisedaten aus dem kommenden Entry/Exit-System (EES) abgeglichen werden, was die Einhaltung der Vorschriften noch strenger macht. Für Unternehmen, die Personal oder Ausrüstung zwischen Kaunas, Suwałki und Warschau verlagern, bedeutet dies mehr Kontrollen an der Straße und längere Wartezeiten auf der S61 Via Baltica. Logistikplaner sollten daher zusätzliche Pufferzeiten in Just-in-Time-Lieferketten einplanen, die die innere Schengen-Grenze überschreiten.