
Am 16. Juli wurden die schnellen Reaktionsflugzeuge der polnischen Luftwaffe zweimal alarmiert, nachdem Luftverteidigungsradare unbekannten Flugverkehr über den polnischen und schwedischen Fluginformationsgebieten über der Ostsee erfassten. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz berichtete, dass zunächst ein Paar Su-30-Kampfjets aus der russischen Enklave Kaliningrad etwa 90 km nordöstlich der Halbinsel Hel abgefangen wurde, gefolgt von einer Il-20-Aufklärungsmaschine, die bis auf 30 km an die polnische Küste bei Jastrzębia Góra herankam. Alle drei Flugzeuge flogen ohne eingeschaltete Transponder und hatten keine Flugpläne eingereicht, was polnische und anschließend schwedische Jagdflugzeuge zu Sichtidentifikation und Begleitung veranlasste. Obwohl die Eindringlinge außerhalb des polnischen Hoheitsluftraums blieben, sind dies bereits die dritten Abfangmanöver innerhalb weniger Tage und verdeutlichen die angespannte Sicherheitslage über den Seewegen, die von zahlreichen Linienflügen aus Warschau, Danzig und den nordischen Hauptstädten genutzt werden. Zivile Fluggesellschaften erhielten kurzfristig eine NOTAM mit der Anweisung, den Kontakt zur Warschauer Flugsicherungszentrale (ACC) aufrechtzuerhalten und sich auf taktische Umleitungen östlich des 18° Ost-Längengrads einzustellen, falls weitere militärische Aktivitäten auftreten. Das Infrastrukturministerium teilte mit, dass keine Flüge gestrichen wurden, jedoch nahmen einige LOT Polish Airlines- und Ryanair Sun-Flüge geringfügige Umwege in Kauf, die die Flugzeit um 4 bis 8 Minuten verlängerten. Die Flughafenbetreiber in Danzig und Warschau Chopin betonten, dass die verstärkte Luftüberwachung keine Auswirkungen auf den Terminalbetrieb habe, rieten jedoch Geschäftsflug-Dispatchern, für Nordrouten zusätzliche Treibstoffreserven in die Flugpläne einzubauen. Strategisch fällt der Anstieg russischer Aufklärungsflüge in eine Phase verstärkter Warnungen vor möglichen „begrenzten hybriden“ Angriffen auf kritische NATO-Infrastrukturen (siehe gesonderten Bericht) und dürfte Polens Pläne beschleunigen, eine erweiterte Radarabdeckung zu installieren, die direkt in den EUROCONTROL Network Manager einspeist. Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter über polnische Drehkreuze transportieren, sind die Vorfälle eine Erinnerung, Reise-Risikobriefings zu aktualisieren und Reiserouten zu registrieren, damit Sicherheitsteams bei Luftraumstörungen schnell reagieren können.
Quelle: Polska Agencja Prasowa (PAP)