
Aktuelle Zahlen vom 22. Juli bestätigen, dass IRCC am 31. Mai 2026 insgesamt 1.517.770 anhängige Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsanträge bearbeitet, obwohl in den ersten fünf Monaten des Jahres über 1,6 Millionen Entscheidungen getroffen wurden. Die überarbeitete Bestandsseite, analysiert von CIC News, ersetzt den bisherigen Service-Standard-Tracker durch eine detailliertere Aufschlüsselung nach wirtschaftlichen, familiären und Schutzkategorien. Anträge auf Daueraufenthalt machen 705.000 Fälle aus, davon sind bereits 25 Prozent für die Aufnahme 2027 aufgrund von Quoten begrenzt. Temporäre Aufenthaltskategorien – Studien-, Arbeits- und Besuchervisa – umfassen weitere 404.070 Fälle, während Staatsbürgerschaftszertifikate und -erteilungen die restlichen 408.000 Akten ausmachen. Die wachsende Warteschlange hat operative und wirtschaftliche Folgen. Globale Arbeitgeber berichten von Schwierigkeiten bei der Planung von Startterminen für Mitarbeitende, während Universitäten vor Verzögerungen bei Studiengenehmigungen warnen, die sich auf die Aufnahme im Januar 2027 auswirken könnten. Auch der Tourismussektor steht vor Unsicherheiten, da über 337.000 Besuchervisaanträge auf Bearbeitung warten, was die Planung der Skisaison 2026/27 erschwert. IRCC führt den Rückstau teilweise auf die gestiegene Nachfrage nach pandemiebedingten Reiseerholungen und anhaltende humanitäre Krisen zurück. Behörden betonen, dass Automatisierungstools wie die „Chinook“-Schnittstelle und erweiterte Auslandsstellen die Bearbeitung beschleunigen sollen, doch Branchenverbände fordern klarere Service-Standards und Priorisierungsmechanismen. Bis dahin diversifizieren Unternehmen ihre Strategien, indem sie CUSMA-Professional-Visa, die Erweiterung des UK-Kanada-Jugendmobilitätsprogramms und firmeninterne Versetzungen ohne Arbeitsmarktprüfungen nutzen, um Verzögerungen möglichst zu umgehen.
Quelle: CIC News