
Kurz nach Mitternacht am 25. Juli bestätigte der regionale Katastrophenschutzleiter Carlos Novillo, was viele befürchtet hatten: Zwei große Brände am westlichen Stadtrand von Madrid sind zu einem einzigen Feuersturm verschmolzen, was die Evakuierung oder das Verbleiben in Schutzräumen für rund 63.000 Einwohner erforderlich macht. Die Zufahrtsstraßen nach Villa del Prado, Pelayos de la Presa und Aldea del Fresno sind bis auf Notfallkonvois gesperrt, und die M-501 – eine wichtige Route für Urlauber von Madrid nach Extremadura und Portugal – bleibt gesperrt. Für Mobilitätsexperten ist das Ausmaß der Einsatzmaßnahmen beispiellos. Dutzende internationale Schulen, die normalerweise Ende Juli Aufnahmeprüfungen für ausländische Kinder abhalten, haben diese verschoben, während Anbieter von Serviced Apartments in den unbetroffenen Vororten eine Auslastung von über 95 Prozent melden. Versicherungen schätzen die Schäden an Gewerbeimmobilien vorläufig auf 220 Millionen Euro, mehrere Logistiklager nahe San Martín de Valdeiglesias sind beschädigt. Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr sind bereits über die unmittelbare Brandzone hinaus spürbar. EMT Madrid hat vier Überlandlinien, die Pendlerstädte mit dem Moncloa-Knotenpunkt verbinden, umgeleitet, und Fernbusse von Alsa aus Lissabon fahren nun über Salamanca, was bis zu 90 Minuten Verzögerung bedeutet. Arbeitgeber mit entsandten Mitarbeitern sollten den Aufenthaltsort ihrer Angestellten genau verfolgen und vorübergehende Homeoffice-Regelungen in Betracht ziehen. Der Waldbrand beeinträchtigt auch die Bearbeitung von Einwanderungsdokumenten. Das Hauptamt für Ausländerangelegenheiten in Leganés bleibt geöffnet, doch die örtliche Polizei hat Beamte, die normalerweise für Fingerabdrucktermine zuständig sind, zur Evakuierung abgezogen, wodurch die verfügbaren biometrischen Termine stark reduziert sind. Betroffene Antragsteller werden automatisch neu terminiert, die Regionalregierung empfiehlt jedoch, möglichst die Online-Plattform MERCURIO zu nutzen. Meteorologen sagen Temperaturen über 38 °C bis Montag mit böigem Wind voraus, was die Lage verschärfen könnte. Sicherheitsteams in Unternehmen sollten den Kontakt zum spanischen Notruf 112 eng halten und Reisende darauf hinweisen, Reisepässe und Aufenthaltsnachweise griffbereit zu halten, falls es zu plötzlichen Evakuierungsanordnungen kommt.
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