
Die wichtigste Pendlerlinie Kataloniens, die Rodalies-Linie R3, wurde am 25. Juli um 10:00 Uhr nach einem Signalstörfall zwischen La Garriga und Puigcerdà vorübergehend eingestellt. Die R3 verbindet nicht nur die Vororte Barcelonas, sondern ist auch Teil des transpyrenäischen Korridors für Fahrgäste, die in La Tor de Querol auf SNCF TER-Züge umsteigen – was den Vorfall sowohl für Grenzpendler als auch für Freizeitreisende relevant macht. Renfe reagierte schnell und setzte einen Notfallplan um: Regionalzüge verkehren nun nur noch zwischen L’Hospitalet und Fabra i Puig, der Weitertransport erfolgt mit 22 Bussen zwischen Fabra i Puig, Puigcerdà und La Tor de Querol. Internationale Tickets nach Frankreich gelten auch für die Busstrecken, allerdings gibt es keine Sitzplatzreservierungen – Reisende sollten daher frühzeitig ankommen. Die Störung belastet das ohnehin stark beanspruchte Pendlernetz Kataloniens zusätzlich, nur zwei Tage nach Teilsperrungen auf der R2 wegen anderer Bauarbeiten. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Mitarbeitern sollten alternative Routen kommunizieren, etwa die Renfe-SNCF-Hochgeschwindigkeitsverbindungen über Girona und Perpignan, auch wenn diese teurer sind. Der Infrastrukturbetreiber Adif rechnet mit „mehreren Stunden“ für die Reparatur, schließt aber nicht aus, dass die Störung mehrere Tage andauern könnte, falls Ersatzteile eingeflogen werden müssen. Der Vorfall zeigt die Anfälligkeit der veralteten analogen Signaltechnik auf sekundären grenzüberschreitenden Strecken – gerade jetzt, wo die EU nahtlose Mobilität im Schienenverkehr vorantreibt. Langfristig plant das spanische Verkehrsministerium, die R3 bis 2029 auf das europäische Zugsicherungssystem ERTMS umzurüsten, allerdings ist die Finanzierung noch nicht vollständig gesichert. Reisende sollten vor Abfahrt die Rodalies-App oder den Twitter-Kanal @Renfe prüfen und eine Reiseversicherung in Betracht ziehen, die verpasste Anschlussverbindungen abdeckt – besonders bei gleichzeitigen Flügen ab Lyon oder Toulouse.
Quelle: Ara (Catalonia)