
Nur wenige Stunden nachdem mehr als hundert potenzielle Einwanderer abgefangen wurden, barg die Guardia Civil in Ceuta am 26. Juli drei Leichen aus dem Meer. Damit steigt die Zahl der Todesopfer in den Gewässern der Enklave in diesem Jahr auf 27. Laut El Faro de Ceuta wurden die Leichen an den Stränden Miramar, El Sarchal und Juan XXIII gefunden – beliebte Orte bei Einheimischen. Bei den Opfern handelt es sich um junge Männer, die mit improvisierten Schwimmhilfen ausgestattet waren und vermutlich in der Nacht von marokkanischen Küsten aus gestartet sind. Die tragischen Funde ereignen sich vor dem Hintergrund zunehmenden Migrationsdrucks und der Aussetzung der sogenannten Hot-Return-Praktiken. Die forensische Polizei hat DNA-Abgleiche eingeleitet, um die Verstorbenen zu identifizieren und ihre Familien zu benachrichtigen, von denen viele soziale Medien nutzen, um vermisste Angehörige zu suchen. Die Leichenhalle in Ceuta sowie die während früherer Spitzenzeiten eingerichtete militärische Kühlanlage stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Menschenrechtsorganisationen fordern dringend humanitäre Korridore und eine beschleunigte Verlegung der Überlebenden aufs spanische Festland, um eine Überfüllung des CETI-Aufnahmezentrums der Stadt zu vermeiden, das bereits zu 60 % über seiner offiziellen Kapazität liegt. Aus Sicht der Mobilitätsrisiken verdeutlicht der Vorfall die anhaltenden humanitären und reputationsbezogenen Herausforderungen, denen Spanien bei der Verwaltung seiner EU-Außengrenze gegenübersteht. Kreuzfahrtschiffe, die Ceuta ansteuern sollten, haben in der Vergangenheit nach medienwirksamen Ertrinkungsfällen ihre Routen geändert, und Versicherer überprüfen derzeit den Versicherungsschutz für Einsätze von Hilfsorganisationen in der Enklave. Nationale Parteien fordern eine Sondersitzung des Innenausschusses des Kongresses, um zusätzliche Ressourcen zu diskutieren und mögliche bilaterale Maßnahmen mit Marokko zu erörtern, um weitere Todesfälle zu verhindern.
Quelle: El Faro de Ceuta