
Die Kreuzfahrtgesellschaft Virgin Voyages hat Passagiere der 2.700-Kabinen-Fähre „Valiant Lady“ darauf hingewiesen, dass die Ausschiffung am World Trade Center Terminal in Barcelona „deutlich länger als üblich“ dauern könnte, da Spanien das EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) einführt. Das biometrische Programm, das seit dem 10. April voll einsatzbereit ist, verlangt von Nicht-EU-Bürgern, bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen zu registrieren. Während Flughäfen bisher im Fokus standen, spüren nun auch Seehäfen die Auswirkungen. Laut Virgin Voyages sind am Terminal der spanischen Grenzpolizei nur vier EES-Kioske installiert, die zwischen 30 und 40 Passagiere pro Stunde abfertigen – was zu Engpässen führt, wenn mehrere Schiffe gleichzeitig anlegen. Virgin empfiehlt Gästen, an Umschifftagen keine Flüge vor 13:30 Uhr ab Barcelona-El Prat zu buchen und den Self-Service-Gepäckabwurf der Airlines zu nutzen, um Zeitverluste auszugleichen. Die Warnung betrifft nicht nur Freizeitreisende: Barcelona ist ein bedeutender maritimer Standort für Firmenanreize, Produktpräsentationen an Bord und schwimmende Messen. Reiseveranstalter, die solche Events organisieren, müssen mit längeren Aufenthaltszeiten rechnen und möglicherweise die Liegezeiten mit dem Hafenbetreiber B:SM neu verhandeln. Das spanische Innenministerium teilt mit, dass weitere Kioske und Polizeikräfte beschafft werden, weist aber darauf hin, dass die historischen Hafenbauten Kabelverlegungen erschweren. Bis dahin können Reedereien für Passagiere mit engen Fluganschlüssen bevorzugte Kontrollspuren beantragen, eine Garantie für deren Zuteilung gibt es jedoch nicht. Unternehmen, die Crewmitglieder und Entertainer unter der Kurzaufenthalts-Arbeitserlaubnis (Königliches Dekret 557/2011) nach Spanien entsenden, sollten die verlängerten Grenzabfertigungszeiten in ihre Schichtpläne einbeziehen und sicherstellen, dass alle Betroffenen die EES-Voranmeldung, wo möglich, abgeschlossen haben. Wie an Flughäfen gilt: Nach der erstmaligen biometrischen Erfassung im System sollten Folgeeinreisen innerhalb des 90/180-Tage-Zeitraums schneller ablaufen, doch Erstpassagiere bleiben ein Engpass.
Quelle: CruiseNews.io