
Eine aktualisierte Mitteilung im polnischen Amtsblatt, hervorgehoben von der Tageszeitung Rzeczpospolita am 26. Juli 2026, bestätigt, dass der Ministerrat erneut ein Dekret verlängert hat, das die meisten Asylanträge an der Landgrenze zu Belarus blockiert. Die Einschränkung, die erstmals im März 2025 eingeführt wurde, bleibt nun mindestens bis zum 20. Juli 2026 in Kraft und stellt die siebte Verlängerung in Folge dar. Nach den Regeln dürfen Personen, die zwischen Grenzposten aufgegriffen werden oder an offiziellen Kontrollstellen ankommen, keinen internationalen Schutz beantragen, es sei denn, sie gehören zu bestimmten schutzbedürftigen Gruppen wie unbegleiteten Minderjährigen oder Schwangeren. Innenminister Marcin Kierwiński bezeichnet die Maßnahme als „sehr effektiv“ und weist darauf hin, dass erfolgreiche illegale Grenzübertritte aus Belarus im Jahr 2026 praktisch auf null gesunken sind. Menschenrechtsorganisationen, darunter die Helsinki-Stiftung für Menschenrechte, argumentieren hingegen, dass die pauschale Aussetzung gegen Artikel 56 der polnischen Verfassung und die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 verstößt. Sie warnen, dass echte Flüchtlinge auf gefährlichere Schmuggelrouten über Litauen oder die Ukraine gedrängt werden könnten, was sie Ausbeutung und Menschenhandel aussetzt. Für Arbeitgeber und Umzugsmanager bedeutet die anhaltende Aussetzung, dass Mitarbeiter oder Bewerber, die über Belarus nach Polen reisen, keinen Schutzanspruch an der Grenze geltend machen können. Unternehmen werden aufgefordert, Schengen-Visa oder humanitäre Korridore im Voraus zu organisieren und zukünftige Änderungen genau zu beobachten, da jede 60-tägige Verlängerung mit nur 24 Stunden Vorankündigung erlassen werden kann. Rechtsexperten erwarten weitere juristische Auseinandersetzungen vor den Verwaltungsgerichten, weisen jedoch darauf hin, dass frühere Beschwerden aus Gründen der nationalen Sicherheit abgewiesen wurden. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt die Aussetzung ein zentrales Instrument Polens zur Abschreckung von Migration an der Ostgrenze.
Quelle: Rzeczpospolita