
Passagiere – überwiegend marokkanische Staatsangehörige – wurden am späten Freitagabend an Bord der FRS-Fähre von Motril (Granada) nach Melilla nicht zugelassen, nachdem die spanische Guardia Civil den Zugang auf spanische Staatsbürger, Melilla-Ansässige oder unmittelbare Familienangehörige beschränkt hatte. Diese plötzliche Regelung folgt auf die Schließung des Landübergangs Beni-Enzar zwischen Melilla und Marokko nach dem Masseneintritt in Ceuta. Laut Hafenbehörden wurden fast 200 Reisende, die seit dem Nachmittag in der Schlange standen, wenige Minuten vor der Abfahrt um 23:30 Uhr darüber informiert, dass ihre Tickets nicht anerkannt würden. FRS bot eine kostenlose Umbuchung über die Route Algeciras-Tanger Med an, doch viele Passagiere kritisierten, dass dies einen Umweg von 400 Kilometern und neue marokkanische Einreiseformalitäten bedeute. Aufnahmen in sozialen Medien zeigten Familien, die auf dem Boden des Terminals schliefen, während das Personal Rückerstattungen bearbeitete. Die Regionalregierung Melillas erklärte, die maritimen Beschränkungen seien notwendig, da die Aufnahmeeinrichtungen bereits zu 280 % ausgelastet seien und keine zusätzliche Ankunft von Personen gewährleisten könnten, falls Marokko seine Grenze plötzlich wieder öffnet. Wirtschaftsverbände warnen, dass die Begrenzung der Passagierströme auch den Güterverkehr beeinträchtigt, da viele Frachtanhänger auf die gemischte Fähre angewiesen sind; verderbliche Waren aus Andalusien, die für nordafrikanische Supermärkte bestimmt sind, könnten verderben, wenn die Fahrpläne unregelmäßig werden. Reisebüros in Madrid und Barcelona berichten von einem Anstieg an Anrufen von Doppelstaatsbürgern, die unsicher sind, ob Rückreisen Mitte August stattfinden können. Mobilitätsberater sollten darauf hinweisen, dass Nichtansässige und Drittstaatsangehörige kurzfristig von Melilla-Fahrten ausgeschlossen werden können, bis sich die Kapazität der Enklave stabilisiert. Arbeitgeber mit rotierendem Personal in Melilla wird empfohlen, vor der Buchung einen Wohnsitznachweis (Padron-Bescheinigung) und ein Schreiben zur betrieblichen Notwendigkeit vorzulegen.
Quelle: AS.com (Agencias)
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