
Österreich wird die Grenzkontrollen zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien mindestens bis zum 15. März 2027 beibehalten. Das am 15. September 2026 veröffentlichte und von Innenminister Gerhard Karner bestätigte Dekret verlängert eine seit der Migrationskrise 2015 bestehende Maßnahme, die seither mehrfach verlängert wurde. Laut Innenministerium liegt der Fokus weiterhin auf einem „breiten, flexiblen Sicherheitskonzept für die Grenzregion“ statt auf festen Kontrollpunkten. Mobile Streifen, automatische Kennzeichenerkennung und gemeinsame Einsätze mit den Nachbarpolizeikräften sollen Schleusernetzwerke bekämpfen, während Pendler und legitimer Güterverkehr mit minimalen Verzögerungen passieren können. Die Regierung begründet die Maßnahme damit, dass sich irreguläre Migrationsrouten lediglich nach Osten verlagert haben und Österreich weiterhin ein Transitland bleibt. Offizielle Zahlen des Ministeriums zeigen, dass in der vergangenen Woche in Burgenland nur zwei Personen bei illegaler Einreise aufgegriffen wurden – im Vergleich zu mehreren Tausend pro Woche im Höhepunkt 2022. Wirtschaftsverbände reagieren bislang zurückhaltend: Während die Wirtschaftskammer Österreich den Versuch begrüßt, Sicherheit und reibungslose Logistik in Einklang zu bringen, befürchten Transportunternehmen bei verschärften Kontrollen erneut Staus zu Spitzenzeiten. Für Grenzpendler und multinationale Arbeitgeber bedeutet die Verlängerung, dass Identitätskontrollen auf den Autobahnen A4, A6 und A12, auf Nebenstraßen sowie bei einigen Bahnverbindungen fortgesetzt werden. Unternehmen werden empfohlen, ihre Mitarbeiter aufzufordern, Reisepässe oder Personalausweise mitzuführen und mehr Zeit für Fahrten zu Meetings in Bratislava, Brünn, Győr oder Maribor einzuplanen. Flugreisende sind nicht betroffen, und Spediteure berichten, dass das elektronische „Green Lane“-System für vorab freigegebene Lkw weiterhin in Betrieb ist. Blickt Wien voraus, wird die Entscheidung vor dem neuen Enddatum im März überprüft. Eine Lockerung hängt vom Fortschritt auf EU-Ebene beim Migrations- und Asylpakt sowie von weiteren Rückgängen bei irregulären Einreisen entlang der Westbalkanroute ab.
Quelle: ORF Burgenland