
Irische Behörden ermitteln wegen eines mutmaßlichen Menschenschmuggelrings, nachdem sechs algerische Staatsangehörige – fünf Männer und ein Jugendlicher – in einem versiegelten Frachtcontainer entdeckt wurden, der in den frühen Morgenstunden des 18. September im Eurohafen Rosslare ankam. Ein Notruf von einem Mobiltelefon im Container ermöglichte es der Polizei, dem Hafensicherheitsdienst, Rettungskräften und Einwanderungsbehörden, schnell eine Such- und Rettungsaktion einzuleiten. Der Container war am 16. September in Zeebrügge, Belgien, abgefahren; Ermittler gehen davon aus, dass die Migranten kurz vor der Abfahrt eingeschleust wurden, obwohl das Sicherheitssiegel bei Ankunft unversehrt war. Drei der Gruppe liegen mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen durch Dehydrierung und Sauerstoffmangel im Krankenhaus. Zwei Erwachsene erhielten bereits eine „Ablehnung der Landerechte“-Mitteilung, während der Minderjährige in die Obhut von Tusla, der irischen Kinderschutzbehörde, gegeben wurde. Ein Mann aus Wexford in seinen 40ern wurde am 18. September wegen des Verdachts der Erleichterung illegaler Einreise festgenommen und wird gemäß Abschnitt 14 des Criminal Justice (Smuggling of Persons) Act 2021 befragt. Rosslare wickelt jährlich über eine halbe Million Trailerbewegungen ab, was das Erkennen von illegalen Einschleusungen erschwert. Der örtliche Stadtrat und Sanitäter Ger Carthy wies darauf hin, dass legitime Siegel erneut angebracht werden können, nachdem sich Schleuser im Container befinden, was eine Sicherheitslücke in der Lieferkette offenbart. Die Polizei arbeitet nun mit belgischen Behörden und EUROPOL zusammen, um die Logistikkette des Containers nachzuverfolgen und mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität aufzudecken. Für Unternehmen, die Just-in-Time-Lieferketten über Rosslare oder Dublin Port betreiben, ist der Vorfall eine Mahnung, dass es bei der Kontrolle von Containern zu erheblichen Verzögerungen kommen kann. Firmen, die temperaturempfindliche oder verderbliche Waren transportieren, sollten diese Woche längere Vorlaufzeiten einplanen und die Updates von Irish Ferries und Stena Line aufmerksam verfolgen. Einwanderungsberater rechnen zudem in den kommenden Tagen mit einer strengeren Kontrolle von Frachtpapieren und Fahrerpässen. Menschenrechtsorganisationen fordern unterdessen erneut sichere und legale Einreisemöglichkeiten für Asylsuchende, um die Abhängigkeit von gefährlichen illegalen Transportwegen zu verringern.
Quelle: The Irish Times