
Irische Behörden überprüfen Sicherheitsmaßnahmen an den Fährterminals der Republik, nachdem in den frühen Morgenstunden des 18. September sechs undokumentierte Migranten – fünf erwachsene Männer und ein Kind – in einem versiegelten Anhänger eines Sattelzugs am Rosslare Europort entdeckt wurden. Die Gardaí nahmen den irisch zugelassenen Fahrer, einen Mann in den Vierzigern, nach dem Anti-Schmuggel-Gesetz fest. Drei der Migranten befinden sich zur Beobachtung im Wexford General Hospital, die übrigen wurden zur Einwanderungsabwicklung nach Dublin gebracht. Erste Befragungen ergaben, dass die Gruppe in Nordfrankreich an Bord ging und mehr als 18 Stunden mit minimaler Belüftung im Container verbrachte. Ermittler des Garda National Immigration Bureau (GNIB) arbeiten mit Europol und der französischen Polizei zusammen, um ein Schmuggelnetzwerk aufzuspüren, das aufgrund verschärfter Kontrollen an großen Flughäfen auf Roll-on/Roll-off-Frachtstrecken umgestiegen ist. Der Irish Road Haulage Association fordert eine „systematische, aber praktikable“ Kontrolle der Anhänger, die auf Kontinentalfähren verladen werden, und warnt davor, dass organisierte Banden Lücken in der Hafeninfrastruktur ausnutzen. Der Rosslare Europort wickelt jährlich etwa 270.000 Fracht-Einheiten ab, die Sicherheit beruht größtenteils auf Stichprobenkontrollen und Risikoprofilen der Transportunternehmen statt auf vollständigen Röntgenscans. Der Hafenbetreiber Iarnród Éireann prüft die Machbarkeit der Installation von Durchfahrts-Scannern, ähnlich den Systemen in Dover und Calais. Für Firmen mit internationaler Mobilität ist der Vorfall eine Erinnerung daran, dass Irlands offene Seegrenze zunehmend im Fokus der Regulierungsbehörden steht. Unternehmen, die wertvolle oder zeitkritische Güter transportieren, müssen mit längeren Wartezeiten durch verschärfte Kontrollen rechnen. Arbeitgeber, die Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten beschäftigen, sollten zudem beachten, dass jede Person, die eine illegale Einreise – auch unabsichtlich – ermöglicht, nach dem Illegal Immigrants (Trafficking) Act 2000 strafrechtlich verfolgt werden kann. Kurzfristig wird multinationalen Unternehmen mit Fahrern in Rosslare empfohlen, ihre Mitarbeiter über die neuen Kontrollbefugnisse des GNIB zu informieren und die Unversehrtheit der Anhängersiegel vor dem Verladen zu dokumentieren. Rechtsexperten rechnen im nächsten Haushaltszyklus mit einer Anhörung zu verpflichtenden Sicherheitsabgaben zur Finanzierung moderner Scan-Technik in Rosslare, Dublin Port und Cork.
Quelle: TheJournal.ie / The Irish Times