
Auf dem Münchner Migrationsgipfel am 26. September forderte die belgische Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) ihre 17 europäischen Amtskollegen auf, der EU-Grenzagentur Frontex mehr operative Befugnisse und finanzielle Mittel zu gewähren. Europa „muss an seinen Außengrenzen schneller und entschlossener handeln können“, betonte sie und argumentierte, dass schwache Kontrollen irreguläre Grenzübertritte begünstigen und das Vertrauen in den im Juni in Kraft getretenen neuen EU-Pakt für Migration und Asyl untergraben. Van Bossuyt plädierte für eine einjährige Überprüfung des Pakts im Juni 2027, um Engpässe zu identifizieren und Verfahren zu vereinfachen. Zudem forderte sie effektivere Rückführungen von Drittstaatsangehörigen ohne Aufenthaltsrecht und schlug vor, dass die EU Handelspräferenzen, Visa und Entwicklungshilfe nutzen sollte, um Herkunftsländer zur Kooperation zu bewegen. Für Belgien sind die Herausforderungen konkret: Das bundesweite Aufnahmezentrum für Asylsuchende arbeitet seit 2025 über Kapazität, was die Regierung dazu zwingt, Hotelzimmer anzumieten und innenpolitische Spannungen auslöst. Van Bossuyts Rede positioniert Belgien als harte Stimme in den bevorstehenden Kommissionsdebatten über ein Frontex-Reformpaket, das im Oktober erwartet wird. Unternehmensmobilitätsprogramme werden voraussichtlich nicht sofort von Regeländerungen betroffen sein, doch strengere Kontrollen an Land- und Seegrenzen könnten die Wartezeiten für Geschäftsreisende aus Nicht-EU-Staaten verlängern. Unternehmen sollten beobachten, ob der Kommissionsvorschlag im Oktober die Mechanismen zur Visa-Code-Reziprozität verändert, da Belgien darauf drängen könnte, die Erleichterung von Kurzzeitvisa an die Kooperation bei Rückführungen zu koppeln. Die Haltung der Ministerin signalisiert zudem, dass Belgien trotz Sitz der EU-Institutionen nicht automatisch mit liberaleren Migrationsblöcken mitziehen wird. Mobilitätsmanager sollten mit strengeren Prüfungen bei der Visa-Vergabe für humanitäre oder Studienzwecke rechnen, insbesondere für Staatsangehörige aus Ländern mit niedrigen Rückführungsquoten.
Quelle: The Brussels Times
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