
Ein vierstündiger landesweiter Streik des italienischen Fluglotsenunternehmens ENAV am 30. September führte kurz vor den geschäftigen Herbstferien zu erheblichen Beeinträchtigungen für Schweizer Fluggesellschaften und Reisende. Laut dem Betriebszentrum des Flughafens Zürich wurden 34 von 92 geplanten Flügen zu oder von Zielen in Mailand, Rom, Venedig und weiteren italienischen Regionen verspätet oder gestrichen. Der Flughafen Genf meldete 18 betroffene Flugverbindungen, darunter Swiss International Air Lines-Flüge nach Florenz und Neapel. Die Arbeitsniederlegung, die von 13:00 bis 17:00 Uhr MESZ dauerte, war Teil eines Tarifkonflikts und fiel zeitgleich mit technischen Wartungsarbeiten bei Techno Sky zusammen. Obwohl das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Vorfeld gewarnt hatte, verpassten viele Anschlussreisende ihre Weiterflüge auf Langstrecken, was die Anfälligkeit der Schweizer Drehkreuze für Arbeitskämpfe im Ausland verdeutlicht. Besonders betroffen waren exportorientierte KMU, die auf Just-in-Time-Lieferungen per Frachtraum im Passagierflugzeug angewiesen sind; einige Sendungen mussten kurzfristig über München oder Lyon umgeleitet werden. Reisebüros empfehlen Unternehmen, in Kundenverträgen höhere Gewalt-Klauseln zu verankern und alternative Routen für wichtige Dienstreisen einzuplanen. Für die Zukunft haben italienische Gewerkschaften bei ausbleibenden Verhandlungen weitere Streiks Ende Oktober angedeutet. Schweizer Firmen mit Produktionsbeziehungen in der Lombardei oder im Piemont sollten ENAV-Meldungen aufmerksam verfolgen und zusätzliche Pufferzeiten in ihre Reisepläne einbauen.
Quelle: Aeroporto Verona press notice