
Geschäftsreisende in der Schweiz müssen am 30. September mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen, da ein landesweiter vierstündiger Streik des italienischen Fluglotsen-Dienstleisters ENAV zahlreiche Flugausfälle und Umbuchungen erzwingt. Allein ITA Airways strich laut einem Bulletin vom späten Nachmittag des 29. September 29 Prozent ihres Flugplans, darunter mehrere Verbindungen auf den Strecken Rom–Zürich und Mailand–Genf. Auch Billig- und Regionalfluggesellschaften, die Schweizer Flughäfen bedienen – wie Air Dolomiti, easyJet Switzerland und Swiss International Air Lines im Codeshare – warnten Passagiere vor Verspätungen und möglichen kurzfristigen Stornierungen. Der Arbeitsausstand dauert von 13:00 bis 17:00 Uhr MESZ, doch Nachwirkungen werden voraussichtlich bis in den Abend hinein spürbar sein, da Slots neu verteilt werden müssen. Schweizer Unternehmen mit häufigen grenzüberschreitenden Reisen sollten ihre Reisemanagement-Protokolle aktivieren: Kunden über unbetroffene Drehkreuze (z. B. München oder Frankfurt) umbuchen, Bahn-Alternativen genehmigen und Reisende auf mögliche EU261-Entschädigungen hinweisen. Mobilitätsmanager sollten zudem an ITAs Kulanzregelung erinnern, die kostenlose Umbuchungen oder Erstattungen bis zum 7. Oktober erlaubt. Der Streik verdeutlicht die Anfälligkeit der Schweizer Anbindung an Arbeitskämpfe in Nachbarländern. Im ersten Halbjahr 2026 flogen über 1,8 Millionen Passagiere zwischen der Schweiz und Italien – der zweitwichtigste internationale Markt für den Flughafen Zürich. Organisationen, die auf Tagesflüge für Verkaufsgespräche oder technische Wartungen angewiesen sind, sollten ihre Reiseplanung diversifizieren, etwa durch vorab genehmigte Hochgeschwindigkeitszug-Optionen über den Gotthard-Basistunnel. Branchenverbände befürchten weitere Aktionen, da italienische Gewerkschaften über einen neuen Tarifvertrag verhandeln; zusätzliche 24-Stunden-Streiks sind für November geplant. Reiseverantwortliche sollten die Meldungen der Airlines genau verfolgen und für das vierte Quartal Puffer in den Mobilitätsbudgets einplanen.
Quelle: aeroTELEGRAPH
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