
Außenminister Antonio Tajani erklärte heute Morgen in Brüssel gegenüber Journalisten, dass Rom „in den nächsten Stunden“ entscheiden werde, ob die vorübergehenden Kontrollen an der italienisch-spanischen Binnengrenze im Schengen-Raum verlängert werden, eine Maßnahme, die um Mitternacht ausläuft. Die Kontrollen, die erstmals am 1. August nach der Migrationskrise in Ceuta eingeführt wurden, verlangen von Reisenden auf den Luft- und Seewegen zwischen Italien und Spanien die Vorlage von Ausweisdokumenten und in manchen Fällen auch einen Nachweis über Unterkunft oder Rückfahrkarten. Tajani betonte, dass das Risiko-Komitee des Innenministeriums weiterhin die Terrorgefahr sowie mögliche sekundäre Migrationsbewegungen von Marokko über Spanien nach Italien prüfe. „Sicherheit hat oberste Priorität“, sagte er und fügte hinzu, dass Spanien bereits signalisiert habe, jede italienische Entscheidung spiegeln zu wollen. Sein spanischer Amtskollege Fernando Grande-Marlaska bestätigte, dass Madrid auf eine „symmetrische Verlängerung“ vorbereitet sei. Die beidseitigen Maßnahmen erschweren den Geschäftsreisenden den Verkehr auf der stark frequentierten Strecke Rom-Madrid. Fluggesellschaften raten Passagieren, mindestens 45 Minuten früher anzureisen, während Logistikunternehmen von Verzögerungen von bis zu 24 Stunden bei just-in-time-Lieferungen über die Fähren Barcelona-Genua berichten. Der italienische Außenhandelsverband schätzt die zusätzlichen Kosten für die Einhaltung der Vorschriften in den letzten zehn Wochen auf 2,7 Millionen Euro. Nach Schengen-Regeln dürfen interne Grenzkontrollen nur für sechs Monate verlängert werden, was bedeutet, dass beide Regierungen die Kontrollen bis zum 31. Januar 2027 entweder aufheben oder eine Ausnahmegenehmigung des Rates beantragen müssen. Mobilitätsplaner sollten sich daher auf fortlaufende Verlängerungen im Zwei-Wochen-Rhythmus einstellen, bis eine politische Lösung der Ceuta-Folgen gefunden ist. Unternehmen, die Mitarbeiter zwischen den beiden Ländern versetzen, sollten Reisende über die Dokumentenanforderungen informieren, die 90/180-Tage-Schengen-Regelungen für Nicht-EU-Beschäftigte genau prüfen und in Erwägung ziehen, Fracht über Frankreich zu leiten, um Kontrollen zu umgehen. Tajani’s Äußerungen deuten darauf hin, dass kurzfristig keine Entspannung in Sicht ist.
Quelle: ANSA
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