
Die Brennerbahn ist die Lebensader des alpenüberquerenden Personen- und Güterverkehrs zwischen Deutschland, Österreich und Italien. Umso gewichtiger ist die Nachricht, dass die Strecke von Samstag, 18. Juli, bis einschließlich 1. August komplett gesperrt wird. Laut einem gemeinsamen Zeitplan von ÖBB-Infrastruktur AG und der italienischen RFI werden Weichen am Bahnhof Brenner getauscht, Tunnel frostsanierungen im Mühltaltunnel durchgeführt und Vorbereitungen für die Anbindung der Riggertalschleife getroffen. Während der zwei Bauphasen pendeln Regionalzüge zunächst nur zwischen Innsbruck und Gries a. Br., anschließend ist ab 23. Juli die gesamte Nordrampe dicht. Ein grenzüberschreitender Busverkehr (SV300) ersetzt Nah- und Teile des Fernverkehrs; Railjets München–Venedig weichen großräumig über Tarvisio aus. Fahrräder sind in den Bussen nur eingeschränkt möglich – ein Detail, das speziell für internationale Radtouristen, aber auch Expats mit Privatverkehr relevant ist. Für Firmen, die den Brennerkorridor für Crew-Rotationen, Techniker-Shuttles oder Lieferketten nutzen, bedeutet das: längere Fahrzeiten und begrenzte Kapazitäten. Die Speditionsbranche erwartet zudem zusätzliche Lkw-Verlagerung auf die Brennerautobahn A13/A22 – Staus an Wochenenden sind programmiert. Positiv werten Infrastruktur-Planer, dass Italien und Österreich ihre Bauzeitfenster inzwischen eng abstimmen: „Wir schicken ein wichtiges Signal für verlässliche Planungssicherheit“, so Südtirols Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Mittelfristig sollen die Arbeiten die Einbindung des Brenner Basistunnels (geplante Inbetriebnahme 2032) erleichtern. Travel-Manager sollten in den kommenden zwei Wochen alternative Reiserouten über die Tauern- oder Arlbergachse prüfen und betroffene Mitarbeiter aktiv informieren. Für Geschäftsreisende nach Verona / Mailand ist ein Umstieg auf Flugverbindungen ab Innsbruck oder München oft die schnellere Option.
Source: ORF Südtirol