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Spanien verzeichnet in den ersten zehn Monaten 2025 fast 122.000 Asylanträge, die Hälfte davon genehmigt

Nov. 12, 2025
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Spanien verzeichnet in den ersten zehn Monaten 2025 fast 122.000 Asylanträge, die Hälfte davon genehmigt
Das spanische Innenministerium hat zwischen Januar und Oktober 2025 insgesamt 121.990 Anträge auf internationalen Schutz bearbeitet, wie vorläufige Zahlen vom 11. November zeigen. Venezolanische Staatsangehörige machen mit 58 % den größten Anteil aus (71.241 Fälle), gefolgt von Mali (13.121), Kolumbien (12.829), Peru (3.169) und Senegal (3.116). Die Daten bestätigen Spaniens Rolle als eines der am stärksten frequentierten Asylländer Europas und spiegeln veränderte Migrationsmuster wider: Madrid zieht sowohl lateinamerikanische Migranten an, die vor Instabilität fliehen, als auch Afrikaner, die über die Atlantikroute ankommen.

Die Anerkennungsquote bleibt relativ hoch: Mehr als 61.000 Fälle – etwas über 50 % – wurden positiv entschieden oder mit einem humanitären Status versehen, deutlich über Spaniens Anerkennungsrate von 18 % im Jahr 2024. Verantwortliche führen den Anstieg auf optimierte Erstprüfungen am Flughafen Madrid-Barajas und die im April eingeführte Digitalisierung der Terminvergabe zurück, wodurch die durchschnittliche Wartezeit für das Erstgespräch von acht auf vier Monate halbiert wurde.

Spanien verzeichnet in den ersten zehn Monaten 2025 fast 122.000 Asylanträge, die Hälfte davon genehmigt


Für Arbeitgeber sind diese Zahlen von Bedeutung, da anerkannte Schutzberechtigte schnell in den Arbeitsmarkt eintreten. Nach dem Königlichen Dekret-Gesetz 16/2022 dürfen anerkannte Flüchtlinge sofort arbeiten, während Personen mit humanitärem oder subsidiärem Schutz nach sechs Monaten eine Arbeitserlaubnis beantragen können. Branchen mit akutem Fachkräftemangel – Gastronomie, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie Altenpflege – werben bereits gezielt um qualifizierte venezolanische und kolumbianische Neuankömmlinge. Personalabteilungen sollten daher die regionalen Arbeitsamtsmitteilungen im Blick behalten, um auf maßgeschneiderte Rekrutierungsprogramme zu reagieren.

Regional verzeichnet die Gemeinschaft Madrid mit 36.208 Anträgen den größten Anteil, gefolgt von Andalusien (17.118) und Katalonien (14.176). Unternehmen mit dezentralen Belegschaften sollten mit ungleichmäßigen Bearbeitungszeiten rechnen und ihre Mobilitätspläne entsprechend anpassen. Das Innenministerium kündigte an, noch vor Jahresende Personalressourcen in den Asylbüros von Sevilla und Barcelona umzuschichten, um dortige Rückstände abzubauen.

Die Veröffentlichung der Zahlen befeuert auch die nationale politische Debatte: Oppositionsparteien warnen, die hohen Anerkennungsquoten könnten als „Anreiz“ wirken, während die Regierungskoalition Spaniens „humanitäre Berufung“ betont und auf die positive demografische Wirkung verweist. Für globale Mobilitätsteams ist die Botschaft klar: Spanien öffnet seinen Arbeitsmarkt weiterhin für eine bedeutende Gruppe von Schutzberechtigten, was den Talentpool erweitert, aber auch eine sorgfältige Einhaltung der sich wandelnden Einstellungsregeln erfordert.
Quelle: La Gaceta

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