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Berlin–Brandenburg-Streik legt Ausländerbehörden lahm und verzögert Visaverlängerungen

Jan. 17, 2026
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Berlin–Brandenburg-Streik legt Ausländerbehörden lahm und verzögert Visaverlängerungen
Die Hauptstadtregion Deutschlands erwachte am 16. Januar mit geschlossenen Schaltern und langen digitalen Warteschlangen, nachdem die Gewerkschaften Verdi und GEW zu einem 24-stündigen Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen hatten. Bürgerämter, kommunale Verwaltungen und mehrere Zulassungsstellen der Universitäten waren entweder komplett geschlossen oder nur mit Minimalbesetzung geöffnet. Für international mobile Fachkräfte war die größte Belastung an den beiden Ausländerbehörden (LEA) Berlins am Friedrich-Krause-Ufer und in der Keplerstraße spürbar, wo die offenen Sprechstunden für Aufenthaltsverlängerungen und EU-Blue-Card-Ausstellungen ohne Vorankündigung ausfielen. Antragsteller, die monatelang auf seltene biometrische Termine gewartet hatten, wurden an der Tür abgewiesen.

Der Arbeitskampf ist Teil eines laufenden Tarifstreits mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von 7 % – beziehungsweise mindestens 300 Euro monatlich für niedrigere Gehaltsgruppen. Rund 5.000 Beschäftigte zogen zum Roten Rathaus, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte und einige Expats dazu zwang, Anschluss-Termine bei anderen Behörden zu verpassen. Migrationsberater warnen, dass sich der Rückstau über Wochen in den Terminplänen bemerkbar machen wird, da das Konsularische Serviceportal auch nach der Online-Antragstellung weiterhin eine persönliche biometrische Vorsprache verlangt.

Berlin–Brandenburg-Streik legt Ausländerbehörden lahm und verzögert Visaverlängerungen


Große multinationale Arbeitgeber haben bereits Reisehinweise herausgegeben, die Mitarbeitende mit auslaufenden Aufenthaltstiteln vor Mitte Februar auffordern, (1) den elektronischen Nachweis der Online-Verlängerung und (2) einen Ausdruck der Streikankündigung bei Reisen innerhalb des Schengen-Raums mitzuführen. Obwohl §81 Absatz 4 des Aufenthaltsgesetzes eine „fiktionale Gültigkeit“ nach Antragstellung vorsieht, verlangen Fluggesellschaften und Grenzbeamte oft kurzfristig zusätzliche Nachweise. Unternehmen raten ihren Personalabteilungen zudem, Streikklauseln in zukünftige Umzugspläne einzubauen.

Die nächste Verhandlungsrunde beginnt diese Woche in Potsdam. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht Verdi mit längeren Streiks, die mit dem Frühjahrssemesterstart internationaler Studierender zusammenfallen könnten – was die LEA gerade dann lahmlegen würde, wenn Tausende Neuankömmlinge ihre Anmeldung vornehmen wollen. Mobilitätsmanager sollten daher die lokalen Nachrichten im Auge behalten und doppelte Terminübersichten führen, um abgesagte biometrische Termine sofort neu buchen zu können, sobald sie wieder freigegeben werden.

Über Berlin hinaus arbeiteten mehrere polizeiliche Verwaltungsstellen in Brandenburg, die Arbeitserlaubnisaufkleber ausstellen, mit reduzierter Besetzung. Dies verdeutlicht, wie schnell regionale Arbeitskämpfe ein ansonsten föderales Einwanderungssystem beeinträchtigen können.
Quelle: VisaHQ Global Mobility News

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