
Das Staatssekretariat für Migration (SEM) der Schweiz hat die endgültige Migrationsbilanz für 2025 veröffentlicht – und die Zahlen sind bemerkenswert: Die Nettozuwanderung sank um 8.717 Personen auf 74.675, ein Rückgang von 10,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Laufe des Jahres zogen 165.386 Ausländer in die Schweiz, während 82.659 das Land verließen – ein Anstieg der Auswanderung um fast 5 %. Der Rückgang betrifft alle Bereiche. Die Zuwanderung aus EU/EFTA-Staaten – traditionell die größte Quelle für Arbeitskräfte – ging um etwa 3 % zurück, am stärksten schrumpfte jedoch die Zahl der sogenannten Drittstaatsangehörigen, die um 20 % sank, da Arbeitgeber mit angespannten globalen Arbeitsmärkten und höheren Gehaltsforderungen zu kämpfen hatten. Auch Familiennachzugsvisa (25,5 % der Gesamtzuwanderung) und asylbezogene Einreisen gingen leicht zurück. Ökonomen sehen in den Zahlen ein frühes Anzeichen dafür, dass sich der überhitzte Schweizer Arbeitsmarkt nach einem Jahrzehnt rasanter Expansion zu normalisieren beginnt. 2025 war das zweite Jahr in Folge mit sinkender Nettozuwanderung, was den Druck auf Wohnraum und Infrastruktur in städtischen Zentren wie Zürich und Lausanne etwas mindert. Wirtschaftskreise warnen jedoch, dass Fachkräftemangel in den Bereichen Ingenieurwesen, IT und Gesundheitswesen weiterhin besteht und Unternehmen sich auf einen härteren Wettbewerb um die 8.500 Drittstaaten-Arbeitserlaubnisse einstellen müssen, die ab dem 1. Januar 2026 vergeben werden. Politisch fließen die Daten direkt in den Wahlkampf für das Referendum am 9. Juni zur SVP-Initiative ein, die eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen fordert. Befürworter argumentieren, dass selbst die reduzierte Nettozuwanderung die Schweiz bis Anfang der 2040er Jahre an die symbolische Grenze bringt, während Gegner betonen, dass das Land weiterhin Zuwanderung benötigt, um den demografischen Wandel auszugleichen und die Sozialfinanzen zu sichern. Für Manager im Bereich globale Mobilität bedeutet das zweierlei: (1) Die Vergabe von Arbeitsbewilligungen für Spezialisten aus Nicht-EU/EFTA-Staaten wird 2026 schwieriger, da die Kantone die begrenzte Quote rationieren, und (2) innerbetriebliche Versetzungen aus benachbarten EU-Staaten könnten politisch weniger Widerstand erfahren als in den Vorjahren – zumindest bis das Ergebnis des Referendums feststeht.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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