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Die Schweiz passt sich den biometrischen Grenzkontrollen der EU an, während Kanada die Express-Entry-Zugangswege einschränkt

Feb. 21, 2026
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Die Schweiz passt sich den biometrischen Grenzkontrollen der EU an, während Kanada die Express-Entry-Zugangswege einschränkt
Die Schweiz hat die Einführung des Ein- und Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union offiziell abgeschlossen und damit alle wichtigen Schweizer Flughäfen sowie die meistfrequentierten Landgrenzübergänge in das biometrische EU-weite System integriert, das Ende letzten Jahres schrittweise eingeführt wurde. Basel-Mulhouse und Genf waren im Oktober 2025 Vorreiter; bis zum 20. Februar 2026 folgten Zürich und die kleineren Regionalflughäfen, sodass nun praktisch jeder Besucher aus Nicht-EU/EFTA-Staaten bei der ersten Einreise ein digitales Profil erhält. Dieses Profil umfasst ein Gesichtsbild, vier Fingerabdrücke sowie Passdaten und wird für drei Jahre gespeichert. Es ersetzt den manuellen Passstempel und ermöglicht den Grenzbeamten eine sofortige Berechnung der verbleibenden Schengen-Aufenthaltstage.

Schweizer Behörden räumen Anfangsschwierigkeiten ein – längere Warteschlangen zu Stoßzeiten und eine Eingewöhnungsphase für Reisende, die mit biometrischen Kiosken nicht vertraut sind – betonen jedoch, dass das System unerlässlich ist, um die Schweizer Schengen-Teilnahme zu sichern und gleichzeitig die Erkennung von Überziehungen, Identitätsbetrug und organisierter Kriminalität zu verbessern.

Zeitgleich vollzieht sich in Nordamerika ein ebenso bedeutender Wandel: Am 14. Februar stellte Kanada einen schlankeren Einwanderungsplan für 2026-27 vor sowie neue, gezielt ausgerichtete Express-Entry-Kategorien, die vor allem Ärztinnen und Ärzte, Forschende, leitende Manager und Schlüsselkräfte im Verkehrssektor mit kanadischer Berufserfahrung bevorzugen. Niedrigere Gesamtquoten und der Wegfall von Bonuspunkten für „arrangierte Beschäftigung“ bedeuten für viele potenzielle Migranten – darunter auch Mitarbeitende von Schweizer Multis – eine verschärfte Konkurrenz um Einladungen zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung.

Die Schweiz passt sich den biometrischen Grenzkontrollen der EU an, während Kanada die Express-Entry-Zugangswege einschränkt


Für global agierende Unternehmen, insbesondere solche mit Teams, die zwischen Zürich, Toronto und Vancouver pendeln, führt dies zu einem komplexeren Compliance-Umfeld. Kurzzeitige Geschäftsreisen in die Schweiz bleiben für die meisten Besucher visafrei, erfordern jedoch nun mehr Zeit für die EES-Registrierung und die ab Ende 2026 geplante Vorabgenehmigung über das European Travel Information and Authorisation System (ETIAS). Langfristige Einsätze in Kanada verlangen zunehmend den Nachweis von Berufserfahrung im Land – ein Faktor, den Personalplaner bei der Einsatzplanung berücksichtigen müssen.

Reise-Management-Firmen raten ihren Kunden, ihre Duty-of-Care-Checklisten zu überarbeiten: mindestens zwei zusätzliche Stunden an Schweizer Flughäfen für Erstnutzer des EES einplanen, beobachten, welche Schweizer Landgrenzen mobile biometrische Einheiten testen, und die Express-Entry-Auslosungen wöchentlich verfolgen, da die Punkteschwellen ohne Vorwarnung steigen können. Einwanderungsberater betonen zudem die Bedeutung der Synchronisation von Passverlängerungen mit den Gültigkeitszeiträumen von ETIAS und EES, um Diskrepanzen bei Dokumentennummern und damit Fehlalarme zu vermeiden.

Im größeren Kontext unterstreicht die Entscheidung der Schweiz, sich vollständig in das datengetriebene europäische Grenzregime einzubinden, ihr Bekenntnis zum Schengen-Raum trotz innenpolitischer Skepsis. Für international ausgerichtete Arbeitgeber lautet die Botschaft klar: Reibungslose Mobilität bleibt möglich – aber nur für jene, die das wachsende Netz digitaler Genehmigungen auf beiden Seiten des Atlantiks meistern.
Quelle: The Traveler

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