
Das chinesische Außenministerium hat am 27. Februar 2026 seine Reisewarnung für den Iran auf die höchste Stufe angehoben und chinesische Staatsbürger aufgefordert, „Reisen in den Iran zu vermeiden“ sowie diejenigen, die sich bereits im Land befinden, „so schnell wie möglich“ zu evakuieren. Die Mitteilung, die über offizielle WeChat- und Botschaftskanäle verbreitet wurde, begründet dies mit einem „deutlichen Anstieg externer Sicherheitsrisiken“ angesichts wachsender regionaler Spannungen nach wiederholten Drohungen von US-Angriffen und einem verstärkten militärischen Aufgebot im Persischen Golf. Die Botschaft aus Peking ist klar: Kommerzielle Flüge und Landwege sind vorerst noch verfügbar, doch das Zeitfenster könnte sich schnell schließen. Diplomatische Vertretungen in Teheran erklärten, sie würden „notwendige konsularische Unterstützung“ leisten, einschließlich der Koordination von Rückführungen und der Ausstellung von Notfalldokumenten für Ausreisewillige. Gleichzeitig warnte die chinesische Botschaft in Israel ihre Bürger, „höchste Wachsamkeit zu bewahren, die Notfallvorsorge zu verstärken und nur bei zwingendem Bedarf das Haus zu verlassen“, was die Befürchtung unterstreicht, dass eine Eskalation auf Nachbarstaaten übergreifen könnte. Für multinationale Unternehmen mit chinesischen Mitarbeitern oder Projektteams im Iran löst die Anweisung sofortige Fürsorgepflichten aus. Verantwortliche für globale Mobilität sollten die Mitarbeiterzahlen überprüfen, den Versicherungsschutz für Evakuierungen bestätigen und alternative Routen über Doha, Dubai oder Istanbul vorbereiten, da Direktflüge nach Festlandchina eingeschränkt sind. Arbeitgeber müssen zudem mit Auswirkungen auf regionale Lieferketten rechnen – insbesondere in den Bereichen Energie, Ingenieurwesen und Infrastruktur, wo chinesische Auftragnehmer stark vertreten sind. Praktische Empfehlungen für Reisende umfassen die Anmeldung in der MFA-Konsular-App „12308“, das Bereithalten eines Notfallpakets mit Reisedokumenten sowie die Buchung flexibler Tarife, die eine Umleitung über Drittstaaten ermöglichen. Wer nicht sofort ausreisen kann, sollte Vorräte anlegen, sich unauffällig verhalten und täglich seinen Aufenthaltsort bei der Botschaft melden, bis die Abreise möglich ist. Die Warnung verdeutlicht, wie schnell geopolitische Krisen Mobilitätspläne durchkreuzen können. Organisationen mit Personal in Risikogebieten sollten ihre Krisenreaktionspläne mindestens vierteljährlich überprüfen und sicherstellen, dass Evakuierungsunterstützung nicht nur für Expatriates, sondern auch für begleitende Familienmitglieder und wichtige lokale Mitarbeiter gilt.
Quelle: Khaleej Times / AFP composite