
Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Entwurfs des Gibraltar-Abkommens erklärte der britische Außenminister Stephen Doughty im Westminster, dass die Unterzeichnungszeremonie für Ende März geplant ist, mit einer vorläufigen Anwendung ab dem 10. April 2026. Am 27. Februar betonte Doughty, dass Gibraltar **nicht** dem Schengen-Raum beitreten werde, aber die Einwanderungskontrollen an seinem Flughafen an spanische Beamte delegieren werde – „ähnlich wie die französische Polizei am Londoner St Pancras-Bahnhof“. Laut The Local Spain wurde ein mehr als 1.000 Seiten umfassender Entwurf gleichzeitig von der britischen Regierung und den Behörden Gibraltars veröffentlicht. Das Abkommen hebt die routinemäßigen Passkontrollen an der Landgrenze auf und verhindert damit die von Unternehmen gefürchtete harte Grenze, sobald das biometrische EES der EU für Nicht-EU-Bürger verpflichtend wird. Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo bestätigte dem Parlament des Gebiets, dass die Arbeiten zum Abbau des Verja-Zauns und zum Bau neuer gemeinsamer Einrichtungen bereits begonnen haben. Das spanische Kabinett bezeichnete die Veröffentlichung als „entscheidenden Schritt“, der der Region Campo de Gibraltar, in der die Arbeitslosigkeit über 20 Prozent liegt, wirtschaftliche Dynamik verleihen wird. Für multinationale Arbeitgeber ist das Timing entscheidend: Sollte das Abkommen im April vorläufig in Kraft treten, müssen die Personalabteilungen sicherstellen, dass grenzüberschreitende Mitarbeiter die neuen Grenzgängerzertifikate besitzen, die das nach dem Brexit eingeführte Passstempelsystem ersetzen. Mobilitätsmanager sollten zudem die Meldungen zu entsandten Arbeitnehmern überprüfen, da spanische Arbeitsinspektoren im Rahmen des Sozialversicherungs-Kapitels des Abkommens Zugang zu Arbeitsstätten in Gibraltar erhalten werden.
Quelle: The Local Spain