
In einem TVE-Interview am 27. Februar 2026 erläuterte Spaniens Außenminister José Manuel Albares die Prioritäten Madrids für das am selben Tag veröffentlichte Abkommen über Gibraltar. Albares betonte, dass der Vertrag den Verja-Zaun abschafft, Gibraltar in die Schengen-Passagierkontrollen und die EU-Zollunion integriert und indirekte Steuern angleicht, um Einkaufstourismus zu begrenzen. Der Minister hob Sicherheitsgewinne hervor – „Spanien wird bei allen Kontrollen von Personen und Waren präsent sein“ – sowie Umweltschutzmaßnahmen durch einen neuen bilateralen Ausschuss, der Landgewinnungs- und Abwasserkonflikte in der Bucht von Algeciras überwacht. Zudem versprach er einen reibungslosen Übergang für die 15.000 bestehenden und „zukünftigen“ Grenzpendler, deren Lebensgrundlage von den täglichen Grenzübertritten abhängt. Auf die Frage nach dem Zeitplan antwortete Albares schmunzelnd: „Wir haben seit Utrecht 313 Jahre gewartet; da können wir noch ein paar Monate warten“, forderte aber die spanischen Abgeordneten im Europaparlament auf, die Ratifizierung zu beschleunigen, damit das Abkommen vor dem Sommer vorläufig angewendet werden kann. Die Arbeiten zur Umgestaltung der Grenzanlagen begannen diese Woche, so Albares, und fügte hinzu, dass das Verschwinden des Zauns eine **Voraussetzung** für das Inkrafttreten des Vertrags sei. Für Arbeitgeber im Industriecluster Campo de Gibraltar – Schiffreparatur, Logistik für erneuerbare Energien und Fintech-Backoffices – signalisieren die Aussagen des Ministers politischen Rückenwind, der das Risiko von Notfallplänen bezüglich Arbeitskräftezugang und Transportwegen verringert.
Quelle: Servimedia