
Spanische Guardia-Civil-Schiffe und zwei Überwachungsflugzeuge von Frontex durchkämmten am 27. Februar 2026 das westliche Mittelmeer, nachdem die NGO Walking Borders drei Boote mit 81 vermissten Personen auf der Route von Algerien zu den Balearen gemeldet hatte. Bis Freitagmittag hatte die algerische Marine zwei der Boote abgefangen, doch eines blieb weiterhin vermisst, teilten Beamte Reuters mit. Der Balearen-Korridor hat sich zu einem der am schnellsten wachsenden irregulären Migrationswege Europas entwickelt, da Schmuggler aufgrund verschärfter Kontrollen in der Straße von Gibraltar von Marokko nach Algerien ausweichen. Daten des Innenministeriums zeigen, dass die Ankünfte auf den Balearen Anfang 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zurückgingen, dennoch bleibt die Zahl der Todesfälle hoch: Die Internationale Organisation für Migration verzeichnete 2025 insgesamt 483 Todesfälle auf der westlichen Mittelmeerroute. Spanien erwägt, Frontex um zusätzliche Luftpatrouillenstunden zu bitten, wird laut Innenminister Fernando Grande-Marlaska jedoch keine spanischen Beamten in Algerien einsetzen oder Ausrüstung bereitstellen – die Beziehungen zu Algier bleiben nach diplomatischen Streitigkeiten um die Westsahara angespannt. Stattdessen will Madrid die Zusammenarbeit im Bereich der Informationsweitergabe vertiefen. Für Mobilitätsmanager, die Personal zwischen Spanien und Nordafrika verlegen, ist der Vorfall eine deutliche Erinnerung an die Volatilität der Routen. Unternehmen, die Charterboote zu den Balearen betreiben oder Saisonarbeitskräfte aus Algerien rekrutieren, sollten ihre Notfallpläne und Versicherungen für Such- und Rettungsverzögerungen überprüfen.
Quelle: Reuters via KELO-AM