
In einer separaten Mitteilung vom 28. Februar stellte das belgische Außenministerium klar, dass es „derzeit keinen operativen Bedarf“ für eine organisierte Luftbrücke aus dem Iran sieht, trotz der zunehmenden regionalen Spannungen. Die Behörden betonten jedoch, dass sich die Lage „sehr kurzfristig ändern kann“ und forderten die rund 240 Belgier, die sich noch im Iran aufhalten, auf, ihre Pässe und Ausreisegenehmigungen aktuell zu halten, flexible Tickets über Drittstaaten zu buchen und täglich Kontakt zur Botschaft zu halten. Die Erklärung des Ministeriums folgte auf Presseanfragen, ob Belgien den deutschen Notfallplänen folgen werde, die unter den Regeln des EU-Zivilschutzmechanismus auch die Anmietung von Flugzeugen vorsehen. Brüssel erklärte, dass kommerzielle Verbindungen über Istanbul und Doha weiterhin offen seien, warnte jedoch, dass plötzliche Luftraumsperrungen komplexe Landwege über Armenien oder Aserbaidschan erforderlich machen könnten. Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen begrüßten die Klarheit und wiesen darauf hin, dass eine voreilige Evakuierung das Personal einem höheren Risiko aussetzen kann, wenn sichere Korridore nicht garantiert sind. Für belgische KMU mit Ingenieuren auf Kurzzeitverträgen im petrochemischen Süden Irans lautet die Empfehlung, bei der ersten Gelegenheit das Land zu verlassen, dabei aber sicherzustellen, dass lokale Einreisestempel für eine Wiedereinreise gültig sind, falls Projekte fortgesetzt werden. Die Mitteilung erinnerte Reiseveranstalter zudem daran, dass die Einstufung Irans als Rote Zone durch das Ministerium die Standardreiseversicherung ungültig macht. Kunden müssen über die finanziellen Folgen eines freiwilligen Aufenthalts informiert werden. Universitäten wurden aufgefordert, elektronische Kopien der Reisepässe ihrer Studierenden in Brüssel zu speichern, um im Notfall die Ausstellung von Dokumenten zu beschleunigen. Beobachter sehen in den heute veröffentlichten Doppelbotschaften – einem dringenden Aufruf zum sofortigen Verlassen des Landes sowie der Zusicherung, dass konsularische Dienste weiterhin funktionieren – einen ausgewogenen Ansatz, der die Sicherheit der Bürger mit diplomatischem Pragmatismus verbindet.
Quelle: The Brussels Times
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