
In einer überraschenden politischen Kehrtwende, die am 11. März 2026 bekannt gegeben wurde, hat Brasilien die Visapflicht für Kurzaufenthalte für Inhaber südafrikanischer Reisepässe aufgehoben. Ab diesem Monat dürfen Besucher bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten zu touristischen Zwecken, für Konferenzen oder Geschäftstreffen bleiben, mit der Möglichkeit einer lokalen Verlängerung. Diese Maßnahme entspricht früheren Ausnahmen für Reisende aus China, Irland sowie mehreren EU- und karibischen Staaten. Das Außenministerium erklärte, Südafrika sei aufgrund des „strategischen BRICS- und Süd-Süd-Partnerschaftspotenzials“ ausgewählt worden. Der bilaterale Handel erreichte 2025 einen Wert von über 3,4 Milliarden US-Dollar – zwar noch bescheiden im Vergleich zu den Handelsströmen im Asien-Pazifik-Raum, doch die Verantwortlichen sehen Wachstumspotenzial in den Bereichen grüner Wasserstoff, Agrartechnologie und Verteidigung. Die Tourismusbehörden beider Länder arbeiten bereits an gemeinsamen Marketingkampagnen, die Karneval- und Safari-Reisen kombinieren. Für multinationale Unternehmen mit Niederlassungen in Johannesburg und São Paulo ist der größte Vorteil administrativer Natur: Führungskräfte können nun kurzfristig reisen, ohne das brasilianische E-Visum-Portal nutzen zu müssen, das 120 US-Dollar kostet und bis zu zwei Wochen Bearbeitungszeit benötigt. Reiseveranstalter prognostizieren einen Anstieg der Geschäftsreisen auf der Strecke Johannesburg–São Paulo um 20 %, die derzeit täglich von LATAM und South African Airways bedient wird. Eine Gegenseitigkeit ist noch nicht in Kraft – Südafrika verlangt weiterhin Visa von Brasilianern –, doch das Innenministerium in Pretoria kündigte an, eine entsprechende Visafreiheit zu prüfen, sobald die Grenzsicherheitsmaßnahmen später in diesem Jahr abgeschlossen sind. Bis dahin versprechen die südafrikanischen Konsulate, brasilianische Anträge bevorzugt zu bearbeiten, um die gute Beziehung aufrechtzuerhalten.
Quelle: Travel Trade Today
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