
Indiens Experiment mit digitalisierten Ankunftserklärungen wird von der Pilotphase zur dauerhaften Regelung. Ab dem 1. April 2026 müssen alle ausländischen Reisenden und Inhaber einer Overseas Citizen of India (OCI)-Karte spätestens 72 Stunden vor der Landung eine elektronische Ankunftskarte (e-AC) ausfüllen. Das Bureau of Immigration hat nach einer sechsmonatigen Übergangsphase, die im Oktober 2025 begann, die papierbasierten Aussteigeformulare an allen Flughäfen abgeschafft. Die e-AC ist kein Visum, sondern erfasst wichtige Daten – Flugdaten, Einreiseflughafen, Reisezweck, Aufenthaltsdauer und -ort –, die von Grenzkontrollalgorithmen mit Visadaten und Sicherheitslisten abgeglichen werden. Behörden berichten, dass sich die durchschnittlichen Einreisezeiten an den Flughäfen Delhi, Mumbai und Bengaluru bereits um bis zu 40 Prozent verkürzt haben, wodurch das Grenzpersonal mehr Zeit für risikoreichere Nachkontrollen hat. Familien mit bis zu fünf Personen können ein gemeinsames Formular einreichen, und Reisende erhalten einen QR-Code, der zusammen mit dem Reisepass an automatischen Kontrollstellen gescannt wird. Für Mobility-Manager in Unternehmen ist die Bedeutung klar: Fluggesellschaften setzen eine „kein Formular, kein Boarding“-Regel durch, ähnlich wie viele andere Länder mit elektronischen Reiseerklärungen. Multinationale Unternehmen integrieren e-AC-Erinnerungen in ihre Reisegenehmigungsprozesse; wer das Formular nicht ausfüllt, riskiert lange Warteschlangen und verpasste Anschlussflüge. Auch Vielfliegerprogramme werden aktualisiert, sodass Profile das Formular automatisch ausfüllen und so den Aufwand für Führungskräfte, die häufig zwischen Indiens Technologie- und Industriezentren pendeln, reduzieren. Die neue Regelung ist Teil der umfassenden Reform des Immigration-, Visa-, Ausländerregistrierungs- und Tracking-Systems (IVFRT) in Indien, einer Initiative im Wert von 1.800 Crore Rupien, die von vertrauenswürdigen e-Gates bis hin zu prädiktiven Analysen alles modernisiert. Langfristig soll der durch die e-AC entstehende Datenpool eine Echtzeit-Risikobewertung ermöglichen, ähnlich den Systemen in Singapur und Australien – eine wichtige Voraussetzung, da Indien bis 2030 jährlich 100 Millionen internationale Ankünfte anstrebt. Reisende sollten die Webseite des Bureau of Immigration indianvisaonline.gov.in bookmarken oder die Su-Swagatam-App herunterladen. Während diese Woche noch eine Übergangsfrist gilt, warnen Einreisebeamte, dass eine manuelle Dateneingabe bei der Ankunft nur in Ausnahmefällen wie medizinischen Notfällen erlaubt wird.
Quelle: Business Today
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