
Indiens Außenministerium bestätigt, was Bildungsexperten seit Monaten warnen: Die strengere US-Visumsprüfung trifft den weltweit größten Markt für ausgehende Studierende. Eine schriftliche Antwort im Parlament am 3. April zeigte, dass im Februar 2026 352.644 indische Studierende an US-Bildungseinrichtungen eingeschrieben waren – 26.000 weniger als im Vorjahr und der erste deutliche Rückgang seit einem Jahrzehnt. Verantwortlich gemacht wird die Anordnung des Außenministeriums vom letzten Jahr, die jede Visumsentscheidung als „nationale Sicherheitsbewertung“ einstuft. Konsularbeamte prüfen nun die Social-Media-Aktivitäten der Antragsteller und können vor der Entscheidung öffentliche Datenschutzeinstellungen verlangen. Auch Nachkontrollen nach Visumerteilung wurden verschärft; selbst kleinere Verkehrsverstöße können zu Statusüberprüfungen führen. Die Auswirkungen zeigten sich sofort: Die Genehmigungen für F-1-Visa von Mai bis August 2025 sanken bei Indern um 60 Prozent, nachdem mehrere US-Konsulate Interviews aussetzten, um neue Prüfverfahren einzuführen. In Kombination mit einem vorübergehenden Reiseverbot für 39 Länder verschoben viele angehende Studierende ihre Pläne oder wechselten nach Kanada und Australien. Universitäten spüren die Folgen. Besonders forschungsintensive Masterprogramme in MINT-Fächern – von Data Science in Kalifornien bis Halbleitertechnik in Arizona – sind auf indische Einschreibungen angewiesen, um Budgets auszugleichen und Forschungsprojekte zu sichern. Einige Hochschulen bieten bereits frühere virtuelle Orientierungen vor der Einschreibung an, um Bewerber trotz längerer Visumsverfahren zu binden. Für Arbeitgeber könnte der Rückgang indischer Absolventen im Optional Practical Training (OPT) den Talentpool im Frühstadium verknappen, gerade jetzt, wo Halbleiterfabriken und KI-Labore expandieren. Einwanderungsanwälte empfehlen, die H-1B-Planung ein Semester früher zu beginnen und Studierende zu ermutigen, ihre Social-Media-Inhalte „berufsbezogen und öffentlich“ zu halten. Ob die Zahlen wieder steigen, hängt davon ab, wie schnell die USA den wachsenden Sicherheitsstau abarbeiten, ohne eine wichtige Talentschmiede zu verlieren.
Quelle: Business Standard
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