
Das US-Außenministerium hat am 2. April stillschweigend sein umstrittenes Pilotprogramm für B-1/B-2 Visa-Bürgschaften ausgeweitet und 12 weitere Länder hinzugefügt, womit die Gesamtzahl nun bei 50 liegt. Im Rahmen des Programms müssen Antragsteller, die als potenzielles Risiko für einen Überaufenthalt eingestuft werden, vor der Visaerteilung eine erstattungsfähige Barkaution von 5.000, 10.000 oder 15.000 US-Dollar hinterlegen. Warum ist das für die VAE relevant? Fast 60 % der ausländischen Bevölkerung des Landes stammen aus den im Programm gelisteten Staaten wie Bangladesch, Nigeria, Nepal und neu hinzugekommen Äthiopien. Einwohner mit diesen Pässen, die in Dubai oder Abu Dhabi ein US-Touristen- oder Geschäftsvisum beantragen, müssen nun zusätzlich zur regulären Antragsgebühr von 185 US-Dollar mit weiteren 18.000 bis 55.000 AED rechnen. Einwanderungsberater warnen, dass diese Barkaution für viele Angestellte im mittleren Niveau zwei bis drei Monatsgehälter entsprechen kann, was kurzfristige US-Einsätze für einige praktisch unerschwinglich macht. Die Kaution muss online über das US-Finanzministerium-Portal Pay.gov innerhalb eines strikten Zehn-Tage-Fensters nach dem Visainterview bezahlt werden. Reisende müssen zudem die USA über kommerzielle Flughäfen betreten und verlassen, damit der US-Zoll die Einhaltung überwachen und die Rückerstattung auslösen kann. Bei Überziehungen verfällt die gesamte Summe, und Arbeitgeber dürfen die Kaution nicht im Namen der Reisenden hinterlegen – eine organisatorische Herausforderung für HR-Teams, die gemischtnationale Projektteams koordinieren. Für Mobilitätsmanager in den VAE stehen daher Budgetplanung und Kommunikation im Vordergrund. Unternehmen überarbeiten ihre Spesen- und Vorschussrichtlinien, kalkulieren die Bürgschaft in die Einsatzkosten ein und verlegen in manchen Fällen Meetings nach Kanada oder Europa, um die Zusatzkosten zu umgehen. Rechtliche Berater empfehlen, Nachweise starker Bindungen an die VAE – wie Eigentumsurkunden, Arbeitsverträge und Familienaufenthaltsvisa – bereitzuhalten, um Konsularbeamte zu überzeugen, die Bürgschaft zu reduzieren oder ganz zu erlassen. Das Pilotprogramm ist bis zum 5. August 2026 genehmigt, doch angesichts der von Washington angegebenen 97 % Compliance-Rate erwarten die meisten Beobachter eine Verlängerung oder sogar eine dauerhafte Einführung. Reisende aus den betroffenen Ländern mit Sitz in den VAE sollten daher davon ausgehen, dass die Bürgschaft auch künftig fester Bestandteil des US-Visaprozesses bleibt.
Quelle: OraVisa
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